Donnerstag, 2. Februar 2012

Crysis 2 (PS3-Review)


Genre: Ego-Shooter
Erschienen: 24. März 2011 für PC, PS3 und Xbox360
Alterseinstufung: USK ab 18

Aus dem Dschungel in den Dschungel: Statt tropischer Sommer-Winter-Kulisse zieht der deutsche Entwickler Crytek mit seinem Ego-Shooter in die Großstadt um, genauer gesagt Amerikas populärste Metropole: New York. Was sich sonst noch geändert verrät das Review anhand der Version für Playstation 3.

Von den dramatischen Geschehnissen in Crysis sowie Crysis: Warhead, den beiden Vorgängern von Crysis 2, hat man offenbar abseits der abgelegenen Tropeninsel noch nicht allzu viel mitbekommen. Doch das wird sich schnell ändern, genauer gesagt bereits zu Beginn der Handlung von Crysis 2. Jedenfalls bricht für den spielbaren Charakter Alcatraz, seines Zeichens Mitglied einer Force-Recon-Einheit, während eines angeblich routinemäßigen Einsatzes in einem U-Boot vor Manhattan die Hölle los. Nach einer rasanten Unterwasserflucht spielen sich an der Oberfläche unfassbare Szenen ab: Die Alien-Invasion ist in vollem Gange und all seine Kameraden verlieren kurzerhand ihr Leben. Bevor Alcatraz selbst zum Opfer wird, tritt jedoch ein Elitesoldat im markanten Nanosuit auf den Plan, der sich schon wenig später als alter Bekannter für Kenner der Vorgänger erweist. Als die Spielfigur wieder das Bewusstsein erlangt steckt er nicht nur in eben jenem Anzug sondern hat auch einen klaren Auftrag. So schlägt man sich durch ein etwa achtstündiges, überraschend düsteres Abenteuer durch die eroberten Ruinen Manhattans. Doch nicht nur die außerirdischen Invasoren trachten uns nach dem Leben…



Zugegebenermaßen gewinnt auch die Geschichte im neuesten Crytek-Werk keine Preise für besonderen Einfallsreichtum, emotionale Charaktertiefe oder sonst irgendetwas, was man auch beim Großteil der anderen Ego-Shootern heutzutage vergeblich erwartet. Trotz einiger Story-Wendungen geht es hauptsächlich um die Präsentation der Geschehnisse. In diesem wichtigen Aspekt punktet Crysis 2 entscheidend - trotz vergleichsweise qualitativ magerem Beginn und Ende – und nicht durch gerenderte Zwischensequenzen die qualitativ im Gegensatz zur Spielgrafik stehen könnten. Stattdessen wird das Geschehen in eben jener hochwertig sowie nahtlos passend präsentiert und fährt auch die ein oder andere gelungene Skriptsequenz auf, ohne mit plumpen Aneinanderreihungen erschlagen zu wollen. Der Spieler fühlt sich also niemals wirklich rausgerissen, das Mittendrin-Gefühl ist allgegenwärtig, nicht selten sogar überwältigend. Dabei ist auch die bekannte Spielumgebung sehr gut eingebunden: Auch wenn man persönlich noch nie in der schillernden Millionen-Metropole zugegen war, deren markante Stadtbilder sich durch die tragischen Ereignisse des 11. September 2001 auch in den hinterletzten Verstand eingebrannt haben dürften, ist der Erkennungswert der zerstörten Umgebung mit Sehenswürdigkeiten wie Freiheitsstatue, Brooklyn Bridge, usw. enorm hoch und in dieser gezeigten qualitativen Form in einem Videospiel noch niemals da gewesen – auch nur ganz selten so in Filmen erreicht. Das virtuell geschaffene New York lässt wohl die ein oder andere Kinnlade gen Boden klappen, wenn man ein Auge für Details hat und nicht wie man es von der aktuell dominierenden Generation von Call of Duty gewohnt ist wie auf Schienen mit Scheuklappen durch die Abschnitte läuft, nur auf den Feind fokussiert ist. Stellenweise hat man sogar durch gute Synchronisationsarbeit das ungemein motivierende Gefühl, dass der wahrhaftige Bruce Willis an unserer Seite kämpft – dem bekannten deutschen Sprecher Manfred Lehmann sei Dank. Der Spieler soll und kann sich ruhig die Zeit nehmen um solche Sachen in sich aufzunehmen sowie die Schauplätze zu erforschen – auch weil die gelungene Spielmechanik dies zulässt. Denn Crysis 2 entpuppt sich in meiner persönlich bevorzugten Spielweise tatsächlich als Stealth-Shooter der Extraklasse. So ist ein Großteil der Zeit zu bewältigen ohne auch nur einen einzigen Schuss abzufeuern, was das reichhaltige, aufrüstbare Waffenarsenal fast zur Nebensache verkommen lässt.


Crysis 2 ist zwar für einen Ego-Shooter erfreulich offen, allerdings nicht mehr ganz so weitläufig wie noch die Vorgänger oder Crytek´s Erstlingswerk Far Cry es größtenteils noch waren – ohne jedoch so streng linear zu sein wie Call of Duty, Killzone 3 oder Resistance 3. Das hat auch einiges mit dem Nanosuit 2.0 zu tun, der aber durch wegrationalisierte Möglichkeiten eher wie eine Version 0.5 wirkt: Anstatt den praktischen Anzug mit weiteren Features zu füttern, scheint das gute Stöffchen im Nachfolger an Optionen verloren zu haben und somit bricht Crysis 2 mit einer gewissen Erwartungshaltung einiger Spieler. Besonders wichtig ist es eigentlich „nur“ noch, sich unsichtbar zu machen, höher zu springen sowie eine deutlich stärkere Panzerung. Auf der anderen Seite kann man natürlich mit mehr Kompaktheit argumentieren – es ist wieder einmal eine Geschmacksfrage. Stattdessen hat Crytek den taktischen Visions-Modus eingebaut, der auf Wunsch beispielsweise jederzeit sichtbare Gegner klar hervorhebt oder auch Munitionslager. Freund und Feind verhalten sich größtenteils solide, offenbaren allerdings auch störende Macken, bleiben an Gegenständen hängen und laufen nicht selten blindlings in ihr Verderben. Hier fehlt etwas das Feintuning, denn künstliche Intelligenz haben die Entwickler normalerweise drauf wie kaum ein anderes Studio. Der ein oder andere Bosskampf hätte ebenso wenig geschadet, zumal sich eine Alien-Invasion gerade dafür aufdrängt.



Grafisch kann die PS3-Version zwar nicht mit dem PC-Pendant mithalten, gehört in dieser Konsolengeneration dafür zweifelsohne zu den beeindruckensten Ego-Shootern. Da kann auch die schwankende Bildwiederholrate wenig dran rütteln: Abwechslungsreiche, überaus authentische Schauplätze, ordentliche Charaktermodelle und überragende Effekte sorgen für einen wahren Augenschmaus im Hellen als auch im überwiegendem Dunkel New York´s. Gegenüber dem PC-Vorgänger, der zwischenzeitlich noch für PS3 und Xbox360 per Download nachgeschoben wurde, wäre aber durchaus noch etwas mehr drin gewesen. Den grafischen Referenztitel hat Crytek somit zum Veröffentlichungszeitpunkt diesmal nicht abgeliefert. Mit Far Cry im Jahr 2004 sowie Crysis 1 drei Jahre später war dies noch gelungen. Die langsam vor sich hin alternde Konsolengeneration fordert immer wieder ihren technischen Tribut an Multiplattformtitel. Insgesamt stimmt aber die Atmosphäre, denn Komponist Hans Zimmer schafft es immer wieder seine Bahnbrechenden Soundtracks noch zu übertreffen. Professionelle deutsche Sprecher und knallige Soundeffekte runden das Gesamtbild noch ab, die Steuerung funktioniert sowieso wie sie in jedem guten Shooter funktionieren sollte.


Mit dem Mehrspielermodus können sich Spieler beschäftigen, müssen sie aber nicht. Dem fehlt es nämlich eindeutig an Eigenständigkeit, orientiert sich stattdessen an Call of Duty. Für diesen Modus ist aber nicht Crytek direkt verantwortlich, vielmehr zeichnet sich das UK-Studio dafür verantwortlich, die man noch unter dem Namen Free Radical kennen dürfte. Time Splitters oder Haze sind bekannte Titel der Truppe. Mit vergleichsweise 13 kleineren Karten für bis zu 16 Zocker, die es insbesondere Scharfschützen schwer machen, fehlenden Fahrzeugen ebenso weggefallenem Power-Struggle spielt es sich durch die Möglichkeiten des Nanosuit in sechs Varianten (Deathmatch, Team-Deathmatch, Domination, Exfiltration, Angriff, Capture the Flag) taktischer als das Vorbild. Weitere Inhalte sind per kostenpflichtigem Download-Content erhältlich. Multiplayer-Fans finden hier ein gefundenes Fressen, Beliebtheitswerte von Battlefield und Call of Duty scheinen aber derzeit einfach unerreichbar.

Fazit:
Crysis 2 kann sich trotz starker Konkurrenz im Ego-Shooter-Jahr 2011 ganz vorne platzieren. Dafür fährt der Titel gute Argumente vor: Spielbarkeit, Mittendrin-Gefühl, Soundkulisse, Atmosphäre und Setting überzeugen fast durchgehend. Der Technik-Thron bleibt Crytek diesmal jedoch vorenthalten.

Sonntag, 22. Januar 2012

The Nomad Soul (PC Review)


Genre: Science Fiction Adventure
Erschienen: 1. November 1999 für PC, 22. Juni 2000 für Sega Dreamcast
Alterseinstufung: USK ab 16

Fast jeder hat doch zumindest eine Meinung zu den letzten beiden Titeln des Entwicklerstudios Quantic Dream unter der Leitung von David Cage, einem der letzten großen Gesichter der Branche. Während bei Fahrenheit die Meinungen stark auseinander gehen, genießt das PS3-exklusive Heavy Rain einen ganz besonderen Referenzstatus, wie ihn nur ganz wenige Titel der letzten Dekade erreicht haben. Doch wie sieht es mit ihrem Erstlingswerk Omikron: The Nomad Soul über 10 Jahre nach der Veröffentlichung für PC und Dreamcast aus? Ob es hier auch nach so langer Zeit zur Seelenverwandtschaft zwischen Spieler und Spiel kommt?

Das Debüt des damals noch gänzlich unbekannten französischen Studios erfolgte Ende 1999 für heimische Computer, einige Monate später bereicherte eine Dreamcast-Version noch die allzu kurze Lebensspanne der letzten Sega-Konsole. Für dieses Review liegt die PC-Version zugrunde, nach der Installation von drei Datenträgern dürfte sich heutzutage erstmal Ernüchterung breit machen. Grund dafür sind diverse Kompatibilitätsprobleme mit modernen Rechnern, die dem Spielstart einen Riegel vorschieben können. Abhilfe könnte ein verfügbarer Patch (zum Download hier klicken) schaffen, zumindest eröffnete diese Hilfe uns erst die utopische Science-Fiction-Welt von Omikron. In dieser findet sich der Spieler – oder besser gesagt: seine Seele - nämlich nach einer stimmungsvollen Einführungssequenz wieder. Durch eine Art Dimensionstor landet der omikroanische Polizist Kay´l 669 genau auf dem Bildschirm unseres Computermonitors. Er habe nur wenig Zeit alles zu erklären, das Universum wie wir es kennen schwebe in großer Gefahr und nur wir als „Nomad Soul“, also eine Art wandernde Seele, könnten sie retten. Dazu übernehmen wir zu allererst eben seinen Körper, werden aber bereits nach der unsanften Ankunft von einem Dämonen überfallen. Eine Sicherheitseinheit verhindert zwar vorerst schlimmeres, aber wir sind vorerst vollkommen auf uns allein gestellt. Erste Anhaltspunkte finden sich in Kay´l´s Wohnung, wo bereits Freundin Telis wartet. Diese erkennt nur die sterbliche Hülle des Geliebten, als „Nomad Soul“ erkennen den Spieler lediglich die verbündeten Erweckten und natürlich die Seelen-saugenden Dämonen. Sie offenbart uns, dass Kay´l sowie Kollege Den tagelang während eines Einsatzes wie vom Erdboden verschluckt waren. Schon wenig später findet sich der Spieler auf der scheinbar richtigen Fährte um die Welt von Omikron zu retten. Zwar verliert sich die spannende Grundsituation später in einigen unnötigen Verwirrungen, ist aber für damalige Verhältnisse durchaus ansprechend in Spielgrafik während der zehn- bis zwanzig-stündigen Spielzeit präsentiert, motiviert zudem durch einige Wendungen sowie spielerische Besonderheiten doch bis zum Schluss.


The Nomad Soul erscheint nämlich 1999 in einer interessanten Zeit für dreidimsionale Action-Abenteuer dank Veröffentlichungen wie Soul Reaver, Shadowman oder Outcast und zählt wegen einiger Besonderheiten zu den nennenswerten Genre-Vertretern der Jahrtausendwende. Am ehesten lässt sich das Erlebnis noch mit Outcast vergleichen, wenngleich es dessen Qualität nicht zu erreichen vermag. Den größten Aufhänger stellt die Seelenwanderung dar: Unsere menschliche bzw. außerirdische Hülle ist vergänglich, aber die Seele muss überleben! Segnet also ein Wirt einmal das Zeitliche, was durchaus vorkommen kann, so ist das Abenteuer nicht zwangsweise beendet. Derjenige, der die Leiche als erster berührt, dient fortan als neuer Seelenträger. Es muss aber nicht zwangsweise das Ableben nach einem verlorenen Kampf sein, auch der Reinkarnationszauber im Inventar lässt diese Möglichkeit zu. Beispielsweise gibt ein Händler eine wichtige Information nicht heraus, alle unsere Überredungskünste verlaufen im Sande. Kurzerhand übernehmen wir einfach den Körper einer attraktiven Kundin, als solche wird man schließlich auch bei alltäglichen Autopannen bevorzugt geholfen. Dummerweise können wir nach der erfolgreichen Aktion nicht wieder in den alten Körper zurück. Fehler offenbart das innovative System noch weitere: Zu fast keinem Zeitpunkt kann man sich wirklich mit der jeweiligen Figur identifizieren. Man sollte sich von vorneherein mit dem Umstand anfreunden hier nur seine Seele durch die Umgebung zu steuern. Dafür gibt es eine handvoll interessanter Nebencharaktere, etwa Komplizin Jenna, Roboter Sox oder Boz (dieser gesprochen und verkörpert von David Bowie). Das ist schade und verschenkt viel ausgelassenes Potenzial, denn die Entwickler konnten danach insbesondere mit Heavy Rain fantastische Figuren auf den Bildschirm bannen. Theoretisch ist das einfach ein Fakt und wesentlicher Kritikpunkt des Spiels. Großes Aber: Praktisch muss man den Entwicklern und dem Spiel zugute halten, dass das große Thema von The Nomad Soul die Selbstfindung ist. Wir als Spieler werden von Anfang an direkt als Videospieler angesprochen und so auch von den Eingeweihten fortan behandelt. Gerade dieser Punkt macht den Titel dann doch schon ziemlich kontrovers und vielleicht ist genau das der Hauptgrund, um dieses Spiel durchzuspielen. Zweifelsfrei ärgerlich ist es aber, wenn der Charakter gerade erst durch das Rollenspielsystem ordentlich aufgewertet wurde, nach 10 Minuten aber zwangsweise ein neuer Wirt her muss. Das Inventar samt Inhalt bleibt in diesen Fällen zwar bestehen und bekommt hier und da noch einen netten Gegenstand hinzu, die Fähigkeitswerte sind aber bis auf wenige Ausnahmen dann deutlich schlechter.


Diese Fähigkeitswerte kommen speziell bei Beat-em-Up-Kampfeinlagen zum Tragen: Sind Energie, Angriff, Mana, Widerstandskraft, Verteidigung, Ausweichen sowie Geschwindigkeit hoch, so stehen die Chancen nicht schlecht für einen Duellsieg. Steigern lassen sie sich entweder durch virtuelle Trainingssimulationen, Arenakämpfe, außerirdische Trainer oder durch Tränke sowie bestimmte Bücher. Für diese zumeist sehr kurzen Kampfeinlagen gibt es optional drei Schwierigkeitsstufen und zwei Perspektiven, wobei das seitliche Pendant bevorzugt werden sollte. Qualitativ sind jene Kampfeinlagen genauso weit weg von damaligen Referenztiteln der Marke Street Fighter oder Virtua Fighter wie die flotten Ego-Shooter-Sequenzen damals von Half Life oder Unreal. Sogar schwächer als Daikatana und das soll was heißen. Hier fällt die bestenfalls durchschnittliche künstliche Intelligenz ins Auge. Steuert man die Spielfigur die restliche Spielzeit über eine überraschend angenehme Schulterperspektive, tun solche anspruchslosen Auflockerungen aber auch mal gut um Missionen erfolgreich zu absolvieren. Diese fügen sich gut in Omikron´s frei begehbare, verwinkelte Stadtbezirke und Gebäude, fernab von der Manipulation von Sendetürmen oder Brücken, der Enttarnung von Verrätern (auch heutzutage noch Klischee-Wendung Nr. 1 in ähnlichen Spielen) werden einige interessante und weniger interessante Dialoge geführt. Dabei werden Hauptpersonen mit Ausnahme der eigenen Spielfigur durchaus professionell von den bekannten deutschen Synchronstimmen für Al Pacino, Pamela Anderson, Bruce Willis und David Bowie vertont während unwichtige Passanten überwiegend nur kurze Sätze im Textfenster wiedergeben. Auch hier gilt: Für damalige Verhältnisse war das Gebotene überaus gelungen, was man auch noch aktuell von Steuerung und Kamera behaupten kann, wenn man sie denn vernünftig nach den eigenen Komfortwünschen im Optionsmenü verändert hat – dadurch funktionieren Laufen, Ducken, Springen, Kämpfen, Schießen sowie Schwimmen erstaunlich gut. Ist der Spieler nicht gerade mit solchen einnehmenden Dingen beschäftigt, so löst er einige gut gemachte Rätsel. Was anfangs noch aus viel Detektivarbeit besteht, bietet im weiteren Spielverlauf etliche Schalter-, Schiebe- und Symbolrätsel.


Viel Zeit wird aber einfach darin investiert, wichtige Objekte für das nervige Inventar zu finden, welches lediglich 18 Plätze bietet und so ständig vorerst unwichtig erscheinende Gegenstände zwischen Inventar und Terminal verschoben werden müssen. Glücklicherweise stehen diese in großzügiger Regelmäßigkeit und Stückzahl in der Spielumgebung verteilt, bei jedem der Geschäfte sowieso. Deren Besitzer handeln gegen harte Omikron-Währung beispielsweise Medikits, Waffen, Tränke oder Munition. Auf der hilfreichen Übersichtskarte sind interessante Örtlichkeiten markiert und lassen sich per Slider, intergalaktische Taxis, erreichen: Sie werden gerufen, sie fahren vor, wir steigen ein und werden so komfortabel zum Ziel gefahren. Alles funktioniert einfach wunderbar einfach mit unserem jederzeit aufrufbaren Sneak am linken Arm. Auf Omikron gibt es dafür kein einziges iPhone. Bevor GTA-Fans fragen: Nein, selber fahren kann man in The Nomad Soul nicht. Fahrzeuge haben ja schließlich keine Seele und Hasbro´s Transformers existieren in diesem Universum schlicht und ergreifend nicht. Etwas gewöhnungsbedürftig könnte vielen das Speichersystem vorkommen: Hier und da liegen goldene Ringe herum, an bestimmten Stellen kann mit diesen der Spielstand gesichert werden. Grafisch mag Omikron zwar nicht das schönste Videospiel seiner Zeit, aber mit ihrer Mischung aus düsteren und dreckigen Häuserschluchten, hellen und altägyptisch anmutenden Klotzbauten, dem Venedig eines Paralleluniversums sowie Schnee- und Urwaldgebieten schafft das Spiel ein sehr stimmungsvolles Ambiente. Ein Hauptgrund, diesen Titel auch heute noch mal ins Laufwerk zu legen, dürfte auf jeden Fall die gelungene Science-Fiction-Atmosphäre sein. Was hier an Detailreichtum und größerer Sichtweite fehlt, wird so durch tolle optische Aufmerksamkeiten wieder gut gemacht. Der tolle Soundtrack von David Bowie ist das viel zitierte Sahnehäubschen auf der Stimmungstorte.


Fazit: The Nomad Soul ist auch heute noch einige Stunden Spielspaß wert, um in einer Science-Fiction-Welt voller unübersehbarer Einflüsse abzutauchen. Ein tolles Spiel des Videospieljahrgangs 1999 zum Thema "Selbstfindung".

Samstag, 7. Januar 2012

CD-Tipp Januar 2012: Massendefekt - Tangodiesel

Am 27. Januar 2012 räumen vier Jungs aus Meerbusch bei Düsseldorf mit dem geläufigen Vorurteil auf, Punk und Rock´n´Roll seien tot. Massendefekt liefern schon seit etlichen Jahren den Gegenbeweis mit ihrem Punk´n´Roll und an besagtem Tag erscheint nun das neue Doppelalbum Tangodiesel. Während auf der ersten CD komplett neue Songs erscheinen, bietet der zweite Musikträger ältere Songs der Band, die neu aufgenommen wurden.

Reinhören kann man u.a. bei youtube, dort sind bereits Snippets zum Doppelalbum erschienen:


Trackliste CD1:

1. ÜBERLEBT
2. DER HOFFNUNG ENTGEGEN
3. DU HAST NICHTS
4. DER FREMDE
5. TAGEBUCH
6. DER MOMENT WAR EWIG
7. WELLENREITER
8. ROAD TRIP
9. DER JOGGER DER LIEBE
10. WAHRE LÜGEN
11. ICH BRAUCHE KEINEN
12. WER SITZT FLIEGT RAUS
13. WELLENREITER AKUSTIK


Trackliste CD2:

1. ICH WERDE ALT
2. WO ROSEN REGNEN
3. EIN LEBEN LANG IST NICHT GENUG
4. DER WEG
5. ES TUT NOCH IMMER WEH
6. EIN NEUES KAPITEL
7. DEN NÄCHSTEN KRIEG
8. NIMM MICH MIT
9. FERNWEH
10.FREI VON DIR AKUSTIK
11.SO WIE DU
12.EIN GRUß GEN HIMMEL

Zu zwei Liedern gibt es bereits offizielle Videos, nämlich Wellenreiter:



sowie Der Hoffnung entgegen:



Hier noch die Amazon-Links zum Vorbestellen und Kaufen:



Eine Band, die zweifelsfrei Support durch legale CD-Käufe und Konzertbesuche verdient hat.

Weitere interessante Links mit Wissenswertem zur Band:












Donnerstag, 5. Januar 2012

Neues Jahr, neuer Banner!

An dieser Stelle wieder einmal ein Herzliches Dankeschön an Snogard von bereitsgesehen.de, der für den Blog ein tolles Banner erstellt hat. Das Ergebnis seht ihr immer oben.

Von links nach rechts die Videospiele, die benutzt wurden: Mass Effect 3, Bioshock Infinite, Darksiders 2, The Darkness 2 sowie Max Payne 3.

Wenn die Spiele so toll wie das Banner werden dann steht uns ein tolles Jahr bevor.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Spiel des Jahres 2011 - Top 10

Das Videospieljahr 2011 neigt sich nun endgültig seinem Ende. Da darf die obligatorische Top 10 nicht fehlen. Hier sind meine Lieblinge des Jahres 2011:

1.


Warum?

Die Frage nach dem Warum? ist eigentlich relativ leicht zu beantworten: Bei Videospielen geht es seit jeher um den Spielspaß. Dass sich Driver: San Francisco zu keinem Zeitpunkt ernster nimmt als nötig und mal ganz nebenbei das Rennspiel-Action-Genre mit dezenten Innovationen neu belebt machen den Unterschied zu allen anderen Titeln in diesem Jahr. In der großen Spielwelt hat man stundenlangen Spaß.


2.


Warum?

Die Serie gehört nun schon über Jahre hinweg zum Besten was diese Konsolengeneration hervorgebracht hat. Teil 3 verfeinert insbesondere die Balance aller Spielmechaniken noch einmal und setzt obendrein mit einer filmreifen Präsentation jeden Kinoblockbuster klar in den Schatten. Drake ist mitunter einer der besten Videospielcharaktere der letzten Jahre.


3.


Warum?

Ganz klar: Redet man über besonderen Spielwitz, dann führt einfach kein Weg an Portal 2 vorbei. Was die Entwickler mit ihrem Erstlings-Versuch bereits andeuteten, haben sie nun mit diesem Feuerwerk an Ideen zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.

4.


Warum?

Es ist nicht von der Maushand zu weisen: Point & Click Adventures erlebten ein eher maues Jahr. Erst in der zweiten Jahreshälfte erschienen spielenswerte Vertreter, von den Harveys neue Augen deutlich heraus sticht. Mutig, frech, ja fast schon unverschämt präsentiert sich der Nachfolger zu Edna bricht aus und ersteigt den Adventure-Thron.


5.


Warum?

Ja, ihr seht richtig: Dead Space 2 sowie Crysis 2 teilen sich den 5. Rang. Beide Ausnahmetitel haben sich im Vergleich zu ihren jeweiligen Vorgängern stark verbessert, ersterer durch noch mehr Schockmomente und letzterer durch eine noch konsequentere Stealth-Spielweise. Obendrein präsentieren sich beide technisch auf jeder Plattform hervorragend.

6.


Warum?

Eine große Serie feierte ein großes Comeback: Mit Deus Ex: Human Revolution ging man nach dem umstrittenen zweiten Teil wieder zurück zu den Wurzeln. Auch wenn es technische Defizite gibt, sind Faszination, Gesellschaftskritik und Vielseitigkeit nicht von der Hand zu weisen. Der DLC The Missing Link brachte im Gegensatz zum Hauptprogramm zudem einen tollen Zwischenboss-Kampf zustande.


7.


Warum?

Zu den ganz großen Flops avancierte Nintendo´s Handheld 3DS. Doch auch nach dem erkannten Fehlkauf sticht für mich weiterhin ein Titel aus dem überschaubaren Portfolio heraus, nämlich Ghost Recon: Shadow Wars. Die Runden-Scharmützel motivierten mich mit seinen ausgewogenem Team weit über 30 Stunden.


8.


Warum?

Der Name ist leider Programm: Mit dem vierten Ableger Armageddon endet die mit vielen Ambitionen gestartete Red-Faction-Serie wegen schlechter Verkaufszahlen. Dabei weiß gerade der Schluss-Action-Akkord trotz dämlicher Ausgangssituation zu Gefallen: Krachende Zerstörungsorgien, nur unterbrochen von Terror- & Gruselmomenten.


9.


Warum?

Nach der sehr misslungenen deutschen Umsetzung der zweiten Staffel laufen Sam & Max in ihren Episoden zur Höchstform auf und bringen uns die eindeutig besten Abenteuer der Serie. Mit Charme, Witz sowie einer handvoll ungeahnter Innovationen für das Genre erhalten Abenteuer-Freunde ein wahres Fest für Lachmuskeln und Maushand.


10.


Warum?

Wie lange musste man auf wirklich gelungene Action-Jump-&-Runs warten? Für meinen Geschmack viel zu lange und dann war doch eines da: Alice: Madness Returns entführt den Spieler in eine völlig verrückte Welt voller Herausforderungen und irrer Ideen, trotz etwas mauer Technik. Stilistisch offenbart jedes Level ein künstlerisches Meisterwerk.


Mittwoch, 21. Dezember 2011

Kratos - Sex Therapy

So hat man den Schnetzelkönig Kratos (God of War) wohl noch nie gesehen. Sehr unterhaltsam:

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Durchgezockt Teil 1: Project IGI - Mission 1

Ein neues, kleines Projekt ist Durchgezockt, wo ich in unregelmäßigen Abschnitten selbst erstellte Walk- & Playthrough-Videos zu Games veröffentlichen möchte. Kommt ganz auf Resonanz und Klicks an. Den Anfang möchte ich mit Project IGI machen, einem Ego-Shooter aus dem Jahr 2000.





Samstag, 26. November 2011

Time To Say Goodbye mit Schlag den Raab 2

Auf ps3inside findet ihr nun mein letztes Review für eine Spielseite - wie es weiter geht habt ihr ja bereits dem letzten Posting entnommen:









Sonntag, 20. November 2011

Ankündigung zur Zukunft des Blogs

Hallo liebe Mitleser,

heute wende ich mich mal wieder persönlich an Euch und danke erstmal auf diesem Wege, dass hier so viele Interessierte fleißig mitlesen.

Der Anlass für diesen Eintrag ist für mich ganz besonders, denn ich werde nach 4 Jahren meine Aktivitäten für die diversen Websites abschließen, was ausschließlich private und berufliche Gründe hat.

Ich danke auf diesem Wege den Seiten wo ich mich so richtig austoben konnte und die mir eine tolle Möglichkeit gegeben haben, meine selbst verfassten Artikel einem breiteren Publikum präsentieren zu dürfen:

bereitsgesehen.de
ps3-talk.de
gameswelt.de
spielfalt.de
gamescrowd.com
ps3inside.de
gameradio.de

Mir wurden sehr viele Spiele zur Verfügung gestellt, viele waren wahre Highlights wie Heavy Rain, God of War 3 oder auch Uncharted 3. Einige Spiele hatte ich selbst absolut nicht auf dem Zettel die mir dann aber wirklich viel Spaß gemacht haben, beispielsweise Everybody´s Golf: World Tour oder Legendary. Es waren aber auch absolut grottige Gurken dabei, auf die ich gerne verzichtet hätte... Rückblickend überwog aber ganz klar der Spielspaß und darauf sollte es jedem Spieler ankommen und nicht auf irgendwelche Prozentpunkte nach dem Fazit. Für mich als freier Redakteur stand immer das Videospiel selbst und der von mir verfasste Artikel im Vordergrund, den ich nach bestem Gewissen mit Charme und Wortwitz verfeinert habe.

Wie gehts es nun weiter?

In den nächsten Tagen werde ich meinen definitiv letzten Artikel auf ps3inside veröffentlichen. Aber keine Angst, ich lasse den Blog nicht zu einer Datenleiche verkommen. In unregelmäßigen Abständen wird es hier neue Inhalte geben: Verweise zu besonders gelungenen Artikeln geschätzter Redakteure oder Podcasts, kritischen Artikel-Analysen, Trailer, usw..

Man liest sich auf jeden Fall weiterhin an dieser Stelle.

Lieben Gruß, Chris

Samstag, 12. November 2011

Sam & Max: Staffel 3 auf gameradio!

Viel Spaß beim Lesen:






Project IGI Patch Download

Unglaublich, aber wahr: Seit Jahren suchte ich nach einer Lösung des Grafikproblems für Project IGI auf Windows XP und nun ist er endlich da.



Sollten die Links nicht mehr funktionieren, haut es in die Kommentare und ich setze mich mit euch in Verbindung.

Mittwoch, 9. November 2011

Samstag, 5. November 2011

Die neue Nummer 1 im Test!

Meine Damen und Herren, ich hatte die Möglichkeit Uncharted 3 zu testen. Nichts weniger ist dabei herausgekommen als die neue Referenz, sowohl auf ps3inside als auch hier im Blog.






Dienstag, 1. November 2011

Samstag, 29. Oktober 2011

Dienstag, 25. Oktober 2011

Preview auf Gameradio.de!

Ich veröffentliche jetzt auch Artikel auf www.gameradio.de! Erste Kostprobe ist meine Vorschau zu Need for Speed: The Run. Viel Spaß beim Lesen:






Sonntag, 25. September 2011

Probleme & Vorsicht beim Kauf auf Zockerrampe.de! *Update 3.1.2012*

"... aus Liebe zum Spiel." - Mit diesem Slogan wirbt die Internetseite www.Zockerrampe.de

Dabei scheint der Online-Shop für Videospiele die Spiele so sehr zu lieben, dass er diese trotz Bestellung und Zahlung einfach für sich behält. Der zahlende Kunde geht seit geraumer Zeit beim Einkaufen bei diesem Händler immer regelmäßiger leer aus und kann im Endeffekt froh sein, wenn er sein Geld wiederbekommt...

Sehr aktuelle Beispiele für das zweifelhafte Geschäftsvorgehen von Zockerrampe sind Dead Island sowie Rise of Nightmares.

Zu meinem Fall:
Am 4.9.2011 bestellte ich das Spiel Dead Island und bezahlte sofort per Paypal. Schon am Folgetag, dem 5.9.2011, bekam ich die Versandbestätigung. Tag um Tag zog ins Land hinein, jedoch blieb der Briefkasten mit der erhofften Sendung leer. Auf Emails antwortet man erst nach massivem Druck und wird auf den Newsletter vom 8.9.2011 verwiesen. Hier heißt es:

Newsletter vom 8.9.2011

Hallo,

Nachdem wir aktuell noch keinen Grund wissen, wieso in etwa 50 Sendungen (ca. 2-3 % aller Dead Island Sendungen) zu spät oder erst gar nicht bei euch angekommen sind. Haben wir uns nun dazu entschlossen euch folgende Möglichkeiten anzubieten:

a) Ersatzlieferung (wobei wir hier noch nicht 100%ig wissen, wann diese erfolgen können)
b) Storno der Bestellung & Rückbuchung des Rechnungsbetrages

Wir bitten euch, eure Entscheidung per Mail andeadisland@zockerrampe.de zu senden. Wir werden Anfang der Woche alles abarbeiten. Bitte die BestellNR hierfür nicht vergessen.


Wir möchten uns hier nochmals ausdrücklich für die Lieferproblematik entschuldigen. Euren Unmut können wir verstehen. Manche Hetztiraden sind aber dennoch leicht überzogen. Wir versuchen hier alles bestmöglichst zu retten.
Bei eigenständiger Rückbuchung einer Lastschrift weisen wir auf die gebühren gemäß der AGBs mit, die wir leider in Rechnung stellen müssten.





Mit freundlichen Grüßen

Matthias Kramer

Ich wählte Möglichkeit b) Storno der Bestellung & Rückbuchung des Rechnungsbetrages und schrieb sogar mehrere Emails an deadisland@zockerrampe.de - bis zum heutigen Tag ohne Rückmeldung. Hier muss sich der Händler die Frage gefallen lassen, ob es nicht doch bedeutend mehr als die selbst angegebenen und angeblich verloren gegangenen "50 Sendungen (ca. 2-3 % der Dead Island Sendungen)" sind. Eine Frage drängt sich unter den zahlreichen nachlesbaren Beschwerden immer wieder auf: Hat der Anbieter die Sendungen überhaupt verschickt oder kassiert dieser nur ab und hofft darauf, dass es die verärgerte Kundschaft dabei belässt? Ich aktivierte den Paypal-Käuferschutz und warte auch noch hier auf Rückmeldungen seitens des zweifelhaft agierenden Händlers.

Habt ihr ebenfalls schlechte Erfahrungen mit diesem Anbieter gemacht? Dann diskutiert mit, entweder hier direkt im Kommentarbereich oder auch unter folgenden Links:





*Nachtrag*

Unglaublich aber wahr: Nur wenige Minuten nach diesem Post und dem Eröffnen eines Beschwerde-Themas bei Gamestar habe ich mein Geld zurückerhalten. Wer also ebenfalls Probleme mit Zockerrampe hat: Nur so scheint es zu funktionieren mit der Rückerstattung des Geldes.


*Update vom 22.12.2011:

So wie es scheint existiert Zockerrampe nicht mehr. Dies bestätigen auch immer mehr Beiträge in den bekannten Foren (z.B. Konsolentreff). Stattdessen wird man nun auf die Seite http://game2gether.de/ weitergeleitet. Laut Impressum ist es aber der gleiche Betreiber (siehe http://game2gether.de/wordpress/impressum/)

*Update vom 26.12.2011:

Mittlerweile liegt uns auch eine offizielle Stellungnahme zur Schließung des Shops vor:

22. Dezember 2011 um 11:38 .Mit sofortiger Wirkung wird der Onlineshop Zockerrampe.de geschlossen. Aufgrund Probleme mit einem Großlieferanten und in betrügerischer Absicht einbehaltenen mittlerweile mehreren Tausend Euro und Nichtlieferung zahlreicher Waren sind wir gezwungen den Onlineshop aufzugeben.

Die letzten Wochen war unsere Kommunikation sicherlich mehr als mangelhaft und die Reaktionen in diversen Foren sind verständlich. Wir versuchen dennoch auch in Zukunft noch alle ausstehende Forderungen von Kunden zu begleichen. Hierfür bitten wir entsprechend um Geduld. Eine Klage gegen den Betreiber des genannten Großlieferanten wurde bereits eingereicht und wir erhoffen uns, auf gerichtlichem Wege das eingesteckte Geld wieder erstreiten zu können. Solle dies erfolgreich sein könnte eine Insolvenz auch abgewendet werden und alle Kunden werden ihr Geld erhalten.

Ich persönlich möchte hier nochmals betonen, dass nie in welcher Form auch immer in betrügerischer Absicht gehandelt wurde. Leider hat mich meine Menschenkenntnis in Bezug auf den genannten Großlieferanten komplett im Stich gelassen und das in ihn gesetzte Vertrauen wurde schamlos ausgenutzt. Zudem kamen auch noch private Probleme und eine Krankheit in den letzten Wochen – auch wenn dies die mangelhafte Kommunikation nicht entschuldigen kann.

Ich möchte mich hiermit in aller Form für Unannehmlichkeiten entschuldigen und versichere, dass mein Anwalt zusammen mit mir alles tun wird, um die Sache zu regeln und allen Kunden ihre entsprechenden Zahlungen erstatten zu können.

Hierfür wird jedoch um Zeit gebeten. Ich weiß selbst, dass sich bei einigen die Erstattung schon hinzieht. Von Anzeigen oder Mahnverfahren bitte ich aber vorerst abzusehen. Insbesondere, da Anzeigen wegen Betruges aufgrund der vorliegenden Umstände laut rechtlicher Auskunft haltlos sind. Dies würde aber ein Insolvenzverfahren nötiger machen, als es ist und insbesondere alle Kunden schädigen.

Leider wurde derzeit vom Amtsgericht noch kein Verhandlungstermin bekannt gegeben, weswegen aktuell nicht näher erläutert werden kann, wann mit einer Lösung zu rechnen ist.

Zuletzt möchte ich mich nochmals für entstandene Probleme entschuldigen und versichern, dass ich den Shop eröffnet hatte, um Zockern möglichst gute Preise bieten zu können und dem gewählten Motto gerecht zu werden. Dies ist leider misslungen. Auch wenn durch diverse Probleme nun am Rande der Existenz steht, ist es aktuell und für die kommenden Wochen meine absolut oberste Priorität den entstandenen Schaden der Kunden zu ersetzen und mich erst dann um meine persönliche Zukunft zu kümmern.

Ich hoffe mit dieser Stellungnahme zumindest für etwas Licht im Dunkeln bei meinen ehemaligen Kunden gesorgt zu haben und bitte nochmals um Entschuldigung und versichere nochmals, dass alle Kunden so weit eine Insolvenz abgewendet werden kann zu 100% ihre Erstattung erhalten werden.


*Update vom 3.1.2012:

Mittlerweile gibt es eine neue Nachricht, die verärgerten Kunden Hoffnung machen soll:

Update 03.01.2012
Eine außergerichtliche Einigung scheint möglich!
Wir bitten deshalb alle Kunden mit Außenständen vorsorglich ihre Bankdaten samt Betrag und BestellNR an info@zockerrampe.de zu schicken. Sollte es zu einer Einigung mit dem Lieferanten kommen würden Außenstände umgehend erstattet!

Sonntag, 4. September 2011

Ghost Recon: Shadow Wars (3DS)


Genre: Runden-Strategie
Erschienen: 24. März 2011 für Nintendo 3DS
Alterseinstufung: USK ab 12 Jahren

Eine der taktischsten Serien der letzten Jahre wechselt die Fronten: Vom knallharten Ego-Shooter für alle großen Systeme zum kaum beachteten Runden-Strategiespiel Ghost Recon: Shadows Wars für den „kleinen“ Nintendo 3DS. Überraschenderweise macht er hier stellenweise sogar eine noch bessere Figur als die großen Vorgänger und ist somit der Geheimtipp unter den Starttiteln für Nintendo´s neuen Handheld.


Bevor wir aber zur eigentlichen Spielbeschreibung kommen, gibt es noch einen interessanten Namen im Zusammenhang mit der Entwicklung des Titels zu nennen, bei dem zumindest erfahrene Runden-Strategen weiterlesen dürften: Julian Gollop, seit Anfang der 80er Jahre ein im wahrsten Sinne des Wortes strategischer Kopf hinter vielen Klassikern des Genres, darunter UFO: Enemy Unknown oder X-COM: Apocalypse. Auch für das hier rezensierte Ghost Recon: Shadow Wars zeichnet er mitverantwortlich und das merkt man auch im positiven Sinne. Serientypisch hat es die Ghost-Elitetruppe mit einem osteuropäischen Größenwahnsinnigen zu tun, der es sich zum Ziel gesetzt hat die Präsidentschaftswahlen in Russland zu gewinnen um so ein neues Reich zu begründen. Ein neuer Kalter Krieg droht in diesem realistisch angehauchten Szenario mit leichten Science-Fiction-Elementen und scheinbar können dies nur sieben Charaktere im geschickten Zusammenspiel mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten und Eigenschaften verhindern.
Gerade der richtige Einsatz dieser Fähigkeiten sowie Eigenschaften ist das berühmte Salz in der wohlschmeckenden Rundenstrategiesuppe, die im Gegensatz zu Advance Wars auf Nintendo DS weitaus weniger komplex daherkommt und nicht soviel taktische Tiefe besitzt – aber gerade deswegen die Scharmützel weniger langatmig macht. Ganz im Gegenteil: Shadow Wars dürfte wohl einer der kurzweiligsten Vertreter seiner Zunft sein und somit genau richtig für unterwegs auf dem Handheld. In unzähligen Missionen der schick präsentierten Kampagne, die auch mindestens satte 30 Stunden in drei Schwierigkeitsgraden unterhält, schalten wir nach und nach die jeweiligen Aufträge auf der Satellitenkarte frei: Feindesscharen oder bestimmte Zielpersonen von der Karte säubern, Stellungen einnehmen bzw. verteidigen, usw. – neben den bis zu sechs gleichzeitig steuerbaren Ghosts helfen auch immer wieder Rebellen sowie Polizisten, zudem taucht ständig eine etwas zwielichtige Person auf, die ihre eigenen Ziele zu verfolgen scheint. Insgesamt ist die Einzelspielerkampagne bis auf wenige Ausnahmen durchaus gelungen, so reagieren Gegner nicht immer nachvollziehbar und es gibt etwa im späteren Verlauf einen Auftrag, der sich durch offensichtliche Undurchdachtheit der Entwickler innerhalb von drei einfachen Zügen lösen lässt.


Bei den angesprochenen Ghost-Spielfiguren handelt es sich im einzelnen um Spezialkämpfer Duke (Angriffsgewehre, Raketenwerfer), Scharfschütze Haze (Sniper, Granaten), dem groben Richter (Maschinengewehre, Granaten), Sanitäterin Saffron (Pistole, Medikit), Ingenieur Mint (Gewehre, Drohnen, Geschütze) sowie die besonders Effektive Kundschafterin Banshee (Gewehre mit/ohne Schalldämpfer, Granaten, Messer, Deckungssystem), die auf dem Spielfeld unsichtbar erscheint, es sei denn es steht direkt in ihrer unmittelbaren Nähe ein Feind. Dialoge laufen in Textfenstern ab, vereinzelte kurze Zwischensequenzen sind schick anzusehen. Mit den so genannten PEC-Punkten dürfen diese Figuren nach erfolgreich absolvierter Mission in 16 Rängen aufgerüstet werden. Innerhalb der Missionen bewegt man sich vorzugsweise per Touchpen mit vorgegebenen Aktionspunkten innerhalb eines isometrischen Kästchenrasters, das genau anzeigt, welche Aktionen möglich sind. Dabei ist auch die Spielumgebung nützlich: In Gebäuden, hinter Bäumen, Büschen oder anderen Deckungen sind die Spieler besser geschützt und sollten wenn möglich auch Ausschau nach höheren Stellen sowie Power-Ups und Medikits Ausschau halten. Schusslinien sind farblich in nah, mittel weit gegliedert – hier sollte man bedenken, dass innerhalb eines bestimmten Radius Gegner wie auch wir selbst Angriffe automatisch kontern. Bei erfolgreichen Treffern füllt sich eine Leiste, die besonders starke Aktionen verfügbar macht, wie etwa den effektiven Superschuss. Oftmals reicht so auch in späteren Abschnitten ein einziger Schuss um den Widersacher zu erledigen. Neben der Kampagne sind auch noch spezielle Kampfmissionen sowie ein Mehrspieler-HotSeat-Modus verfügbar. Online-Funktionen sind leider nicht verfügbar.
Technisch präsentiert sich Ghost Recon: Shadow Wars als guter Vertreter. Der 3D-Modus ist durch seine Rundenstrategie-Mechanik zwar nicht mehr als eine nette optische Spielerei, durch die fehlende Hektik anderer erhältlicher Echtzeit-Titel aber besser genießbar. Optional lässt sich dieser Effekt natürlich wieder abstellen, dadurch erscheint das Geschehen etwas schärfer. Deutsche Texte sind klar und verständlich übersetzt worden. Die Steuerung per Touchpen ist präzise und vorbildlich umgesetzt worden. Gespeichert wird automatisch nach jeder erfolgreich absolvierten Mission.



Fazit: Wer hätte das gedacht? Der Rundenstrategie-Ausflug des Ghost Recon ist der empfehlenswerte Geheimtipp unter den Launchtiteln des Nintendo 3DS. Zwar fehlt auf Dauer etwas die Tiefe, aber insbesondere für unterwegs und zwischendurch gibt es derzeit keine bessere Alternative.