Mittwoch, 22. Dezember 2010

Dead Space (PS3-Review)


Genre: 3rd-Person-Shooter
Erschienen: 6. November 2008 für PC, PS3 und Xbox360
Alterseinstufung: USK ab 18

Man hielt es ja kaum für möglich, aber Electronic Arts konnte tatsächlich Ende 2008 trotz des immer schlechter werdenden Rufes ob der halbgaren Nachfolger zu einstigen Hits wie Need for Speed oder FIFA eine neue Marke unter dem Namen Dead Space etablieren. Nach dem spielerisch und vor allen Dingen atmosphärisch enttäuschenden Resident Evil 5 war und ist das nämlich die absolut bessere Alternative.

Im Weltraum hört dich niemand schreien“ – diesen Satz hat man sicher so oder so ähnlich schon in dutzenden Science-Fiction-Schockern gehört. Vielleicht ist das auch die Erklärung, warum der Hauptprotagonist von Dead Space, Isaac Clarke, keinen einzigen Ton herausbekommt. Nimmt man die gesamten Ereignisse während des Horrorspiels zugrunde, würde man es ihm nämlich beileibe alles andere als verübeln, denn die Erforschung des Raumschiffes USG-Ishimura ist besonders in den ersten Spielstunden eines der gruseligsten, schockierensten Vertretern des Genres, weicht obendrein von gängigen Standards ab, schafft sogar sinnvoll Neues. Zum einen wäre da die Spielfigur selber, denn Isaac, den der Spieler ähnlich wie in Resident Evil aus der 3rd-Person-Ansicht steuern, ist weder ein ehemaliger noch aktueller Elitesoldat, er ist vielmehr ein einfacher Schiffs-Ingenieur. Dementsprechend gestaltet sich auch das Waffenarsenal: Statt Schroftlinte, Sturmgewehr oder Raketenwerfer erwehrt er sich im wahrsten Sinne des Wortes mit seinem Werkzeug. Schneidbrenner, Sägen, Energiestrahler und das ganze Equipment eines guten Ingenieurs sind seine besten Freunde im Kampf gegen die Necromorph, den entsetzlichen Monstern, die die USG-Ishimura in Beschlag genommen haben. Diese lassen sich übrigens, nicht selbstverständlich für einen Release im deutschsprachigen Raum, gezielt in ihre blutigen Einzelteile zerlegen. Nicht selbstverständlich: Im Gegensatz zum großen Vorbild Resident Evil kann Isaac auch in Bewegung schießen, auch wenn er sich durch das eher gemächliche Spieltempo etwas schwerfällig, aber doch präzise durch größtenteils enge Gänge steuert. Auch ein Shopsystem und Aufrüstmöglichkeiten für Waffen, Rüstungen und Module sind verfügbar.


Ein klassisches HUD gibt es ebenso wenig, stattdessen fungiert der Anzug völlig unaufdringlich als Anzeige für Lebenspunkte sowie Stase, die Munition der gewählten Waffe erscheint an eben jener selbst gut sichtbar. Integriert ist auch eine hilfreiche, dreidimensionale Karte sowie ein kurzer Impuls per Tastendruck, der auf dem Boden gut sichtbar für wenige Augenblicke die richtige Richtung anzeigt, wobei sich auch oft ein Abstecher in die entgegengesetzte Richtung lohnt mit versteckten Medikits oder Munition. Mit Stase lassen sich beispielsweise die Zeit verlangsamen um defekte, verrückt spielende Türen zu passieren, eine weitere nette Möglichkeit ist das Einfrieren, besonders zu empfehlen bei größeren Feindansammlungen. Auch mit den Gesetzen der Schwerkraft werden in Dead Space spielerisch umgegangen, vorzugsweise um kleinere Rätsel anhand von Reparaturen mit den verfügbaren Schwerkraftstiefeln durchzuführen. Per Kinese lassen sich Gegenstände heranziehen oder abstoßen. Informationen in Form von Text-, Audio- oder Videonachrichten werden direkt als Hologramm vor Isaac´s Gesicht angezeigt. Weiterer Pluspunkt ist das aufgeräumte Inventarsystem, wobei sich Medikits per Tastendruck - auch in der Hitze des Gefechts - schnell sowie effektiv nutzen lassen.


Leider gibt es neben den zahlreich vertretenen Necromorph einfach zu wenige Gegnertypen, man hat sich irgendwann tatsächlich ein wenig satt gesehen, ist je nach Schreckhaftigkeit der vielen eingestreuten Schockmomente sogar ab einem bestimmten Zeitpunkt ein wenig desensibilisiert. Trotz allem bleibt Dead Space ein ganz besonderes Spielerlebnis, das von einer sehr guten Technik getragen wird. Knackige Texturen, ein famoses Zusammenspiel von Luft,- Licht- und Schatteneffekten, fernab der enge Gänge tolle Schauplätze erzeugen eine düstere, optisch hervorragende Atmosphäre, die nur noch vom grandiosen Sound, d.h. Sprachausgabe und bedrückende, dynamische Musikuntermalung getoppt wird. Leider fehlt ein Mehrspielermodus komplett, was aber nichts am herausragenden Einzelspielererlebnis mit seinen vier einstellbaren Schwierigkeitsstufen ändert.

Wertung: 8,8/10


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