Sonntag, 22. Juli 2012

Lollipop Chainsaw (PS3 Review)


Erschienen: 15. Juni 2012 für PS3, Xbox360
Genre: Action
Alterseinstufung: USK ab 16 (ungeschnitten)

Suda 51 - ein Name, der seit jeher für ganz spezielle Videospielgeschmäcker steht, sei es Killer 7, No More Heroes oder Shadows of the Damned. Allesamt völlig überdreht, trashig und überinspiriert - keine wirklich guten Spiele aber mit einer verschworenen Liebhaberschaft. Auch Lollipop Chainsaw landet nach dem Durchspielen in der gleichen Schublade, wenngleich etwas tiefer…


In der Konzeptphase waren die Entwickler nämlich nicht ganz so einfallsreich sondern wollten in erster Linie dem Durch-und-Durch-Nerd zuspielen, der das alles schon irgendwie geil finden wird. Der Plan: Eine blonde, naiv wirkende Cheerleaderin im Minirock und prallen Brüsten, die sich obendrein gerne Lollis in den Mund steckt? - Nehmen wir, aber mit reichlich Selbstbewusstsein! Zombies? - Ohne geht nicht mehr und wenn man ihnen den Kopf abschlägt sprüht es pinke Herzchen! Dann fehlt nur noch die Kettensäge, richtig? - Ganz genau und weil ja nur im durchdachten Point&Click-Adventure das Benzin dafür fehlt wird es die aufwertbare Standardwaffe. Tatsächlich ist Spielfigur Juliet ganz in der verrückten Familientradition eine waschechte Zombiejägerin und muss erstmal ihren neuen Freund Nick von der Plage retten, was auch gelingt. Naja, zumindest teilweise denn bevor sich der Schönling komplett zum Untoten verwandelt hangelt sein lebendiger Kopf von nun an bis zum Spielende am viel zu kurzen Röckchen. Zu allem Überfluss treten auch noch dunkle Zombie-Lordschaften auf den Plan, wer Spiele des Entwicklers kennt wird nicht überrascht darüber sein, dass diese während der viel zu kurzen Spielzeit von etwa vier bis fünf Stunden als Bossgegner der sechs Levelabschnitte warten. Diese hatten in No More Heroes absoluten Highlight-Charakter, doch bis auf die Inszenierung erreicht man zu keinem Zeitpunkt eine befriedigende Qualität. Schwachpunkte und Verhaltensmuster sind einfach zu offensichtlich, taktisches Vorgehen daher kaum notwendig. Trotzdem zeigen sich immer wieder kleine und witzige Details, die selbst dann noch witzig sind wenn man das 16. Lebensjahr schon weit überschritten hat: Eine Trophäe für´s Unten-den-Rock-gucken was gar nicht so einfach ist, denn Juliet bedeckt ihre offensichtlichen erogenen Zonen mit der Hand wenn einmal nichts zu tun ist.


Spielerisch ist Lollipop Chainsaw in jeder Hinsicht einfach viel zu platt und flacher als Juliet´s durch regelmäßigen Matratzensport trainierter Wachbrettbauch. Der Humor ist nämlich die eine Sache - mir persönlich ist es einfach zu vulgär, zu unwitzig und aufgesetzt, einfallslos und zu dämlich - das Spielerische die andere und da gilt dann eigentlich nicht mehr die Geschmacksfrage wenn man sich gängige Actionstandards der letzten Jahre ansieht. Viel zu oft schon entledigt man sich der Widersacher in strengst linearen, winzigen Arena-artigen  Arealen die sich erst wieder öffnen wenn auch der letzte Feind erledigt ist um so dank einer handvoll Kombo-Möglichkeiten Punkte zu erzielen, die man wiederum in weitere oberflächliche Fertigkeiten investiert. Motivation kommt in diesem Kreislauf trotzdem nicht wirklich auf. Selbst dann nicht wenn so viele Zombies geschnetzelt wurden um sich im Adrenalinmodus für eine kurze Zeit völlig unbesiegbar zu fühlen. Vorsicht: Abschnitte sollten schon vorm Weiterschreiten nach Extras abgesucht werden, denn meistens ist der Rückweg dann einfach versperrt, wodurch auch immer, den Entwicklern war einfach keine Levelbegrenzung zu dämlich. Wer sich der Jagd nach einem möglichst hohen Punktestand verschrieben hat, der kann die Mission später einfach wiederholen. Völlig spaßfreie Minispiele sollen den ewig monotonen Ablauf etwas auflockern, wirken jedoch zuweilen völlig deplatziert sowie aufgezwungen und aufgesetzt – auch hier ist man qualitativ sehr weit entfernt von No More Heroes. Seien es Zombie-Baseball, Pong oder Mähdrescher-Fahren, dem ersten Aha-Moment folgt sogleich der unweigerliche Gähn-Effekt.


Technisch bleibt Lollipop Chainsaw ebenfalls unterdurchschnittlich: Die Steuerung geht leicht von der Hand, verlangt auch keine besonders präzisen Eingaben ab weil das Knöpfchenenhämmern durch viel Automatismus nicht gerade die Geschicklichkeit des Spielers fordert. Selbst kurze Quick-Time-Event-Orgien funktionieren so tadellos. Vereinzelte Kameraprobleme nerven teilweise aber stellen in der Relation zu den ständigen Ladezeiten auch während des Levels noch ein geringes Übel dar. Selten darf man einmal über eine Viertelstunde ohne Unterbrechung spielen, letztendlich wirkt das Erlebnis dadurch unangenehm abgehakt genau wie das komplette Animationsrepertoire aller Spielfiguren. Hier zeigt sich wieder ein Problem fernöstlicher Entwickler, die die Unreal Engine 3 einfach nicht in den Griff bekommen. So wirkt die grafische Darstellung insgesamt durch den klaren Comic-Einschlag zwar stilsicher, aber auch ohne optische Leckerbissen und überwiegend langweilig. Wenigstens der treibende Soundtrack weiß ebenso zu gefallen wie die gelungene englische Sprachausgabe, auf Wunsch mit deutschen Untertiteln. Letztendlich reicht das aber nicht um den Karren noch aus dem Dreck zu ziehen. Ein wichtiger Tipp noch zum Schluss, denn Lollipop Chainsaw bietet zwei verschiedene Spielenden: Nur wenn alle Zivilisten gerettet werden konnten erscheint der gute Abspann.


Fazit: Für dieses Spiel hebt wohl kein Cheerleader seine Pompons und wenn dann nur um seine Scham vor diesem Machwerk zu verdecken. Selbst Suda 51 kann es besser.



Sonntag, 10. Juni 2012

Bereitsgezockt bei Gamestar.de



Ich veröffentliche meine Artikel nun auch im Lesertest-Bereich von Gamestar.de!

Den Anfang macht Tales of Monkey Island:




Samstag, 9. Juni 2012

Anachronox: Updates Patches + Problem Fix


Es ist schon ärgerlich, wenn ein Klassiker der Videospielgeschichte den Start verweigert. Ich habe mich gestern etwas damit auseinandergesetzt am Beispiel von Anachronox und eine kleine Anleitung geschrieben. Das Spiel sollte danach reibungslos funktioneren:

1) Installiert das Spiel Anachronox, bei der CD-Version Full Installation auswählen

2) Besucht die Internetseite patches-scrolls.com über diesen Link

3) Nun sollten alle 5 verfügbaren Updates in chronologischer Reihenfolge angezeigt werden

4) Nach erfolgreichem Download aller Updates installiert ihr diese in folgender Reihenfolge:
 
patch 1.01
unofficial patch 1.02 build 44
unofficial patch 1.02 build 44 to 45
unofficial patch 1.02 build 45 to 46

unofficial patch 1.02 build 46 and german language pack  

5) Ihr könnt jetzt im Spielordner (Standard C:\Anachronox) vor dem Spielstart noch einige Optionen einstellen, entweder in der Datei setupanox.exe bzw. GCT Setup.exe.Speichert diese Einstellungen durch Klick des entsprechenden Buttons ab.

6) Versucht das Spiel entweder über die Desktop-Verknüpfung bzw. die Datei anox.exe zu starten.

7) Erscheint jetzt eine Fehlermeldung, dann sucht im Spielordner genau diese Datei anox.exe und benennt diese einfach um in quake3.exe! Das Spiel sollte nun auf alle Fälle funktioneren.

Anmerkung: Wenn ihr Punkt 7 ausgeführt habt und später noch einmal etwas in der Datei GCT Setup.exe ändern möchtet, dann benennt die quake3.exe kurzerhand wieder in anox.exe um. Anschließend die gewünschten Einstellungen in der GCT Setup.exe vornehmen und abspeichern. Zu guter letzt die anox.exe wieder in quake3.exe umbenennen und Spiel starten.

Viel Spaß mit Anachronox!


Mittwoch, 30. Mai 2012

Doom 3: BFG-Edition angekündigt!


Für eine echte Überraschung sorgt die nun angekündigte Doom 3: BFG-Edition. Neben einer HD-Fassung von Doom 3 mit 5.1 Sound sowie optionalem 3D-Modus beinhaltet dieses Paket noch sieben komplett neue zusätzliche Level, das in Deutschland nie erschienene Addon Resurrection of Evil, Doom 1 und Doom 2. Auch spielerische Verbesserungen sind angekündigt, beispielsweise die Taschenlampe an der Rüstung. Im Originalspiel war es noch nicht möglich während des Schießens gleichzeitig mit dieser das Dunkel zu erhellen, was bei der allgemeinen Dunkelheit nun sehr praktisch sein dürfte.

Erscheinen wird die Doom 3: BFG-Edition noch in diesem Herbst für PC, PS3 und Xbox360.



Montag, 28. Mai 2012

Tales of Monkey Island Review (PC)


Genre: Point & Click Adventure
Erschienen: Retail-Fassung 9. November 2010 für PC, außerdem für Mac OS X, PS3, Wii, iOS
Alterseinstufung: USK 0


Offizieller oder inoffizieller fünfter Teil – das kann doch dem mächtigsten Piraten der Karibik egal sein: Monkey Island erfährt mit Telltale´s Tales of Monkey Island eine viel beachtete Rückkehr des Genre-Freibeuters. Die fünf Download-Episoden wurden nunmehr zusammengeschnürt und gehen freiwillig sowie kostengünstig über die Planke direkt auf die Festplatte.

Gestatten: Guybrush Threepwood, mächtiger Pirat!
Guybrush Threepwood, selbst ernannter mächtiger Pirat wie er gern zu betonen pflegt, findet sich in der Eröffnungssequenz mit seiner entführten Liebsten Elaine und seinem Todfeind, dem Geisterpiratenkapitän Le Chuck, inmitten der karibischen See wieder. So weit, so bekannt. Und auch das was anschließend geschieht verwundert einen Abenteuer-Veteranen nicht wirklich und ist typisch für Monkey Island vollkommen absurd. Pocken, Malzbier, ein Säbel sowie explosive Pulverfässer spielen dabei eine wichtige Rolle. Lange Rede, kurz immer wiederkehrender und zusammengefasster Unsinn der fünf Episoden: Das Böse geht in Guybrush´s Hand über, die von nun an allerhand Chaos stiftet und zwielichtige Gestalten auf den Plan ruft. LeChuck hingegen scheint von seinem Fluch befreit und führt offensichtlich nur noch Gutes im Schilde, was Elaine besonders imponiert. Die Geschichte wird mit zahlreichen witzigen Dialogen in noch witzigeren Situationen erzählt, da bleibt kein Auge trocken. Doch selbst Gevater Tod spielt noch eine wichtige Rolle, was leider die Qualität zum Ende hin abfallen lässt. Auf dem Weg dorthin trifft der Tolpatsch auf viele neue und bekannte Charaktere, beispielsweise Stan, die Voodoo-Lady und natürlich dem redseligem Totenkopf Murray

Wenn es um ihren Liebsten geht, kennt Elaine kein Pardon.
Vom Spielablauf her bleibt Tales of Monkey seinen Freibeuterstiefeln treu mit zahlreichen ausgewogenen Rätseln, Dialogen sowie Suchmärschen nach bestimmten Objekten, die dann mit dem dazu passenden Pendant in der Spielwelt zugefügt oder im Inventar noch mal untersucht werden dürfen. Entwickler Telltale bleibt seiner Linie also treu, ein entscheidender Pluspunkt gegenüber Sam & Max sind nun auch Kopfnüsse innerhalb des Inventars, vornehmlich um Gegenstände zusammenzufügen. Dabei wird aus allen Kanonen abgefeuert, was der verquerte Ideenreichtum hergibt. Dabei ließ man sich nicht lumpen um mehr als offensichtliche Anspielungen einzubauen, seien es nun die vier Vorgängerspiele, das Eiskalte Händchen der Addams Family oder Fluch der Karibik. Was in den ersten drei Episoden trotz schwachem Widersacher De Singe noch wunderbar zündet und im Mittelstück Lair of the Leviathan seinen Höhepunkt inklusive Grimassenduell erwartet, ebbt danach leider spürbar ab. Ist das gelungene Rätsel der Gerichtsverhandlung noch auf gleich bleibendem Niveau, verzettelt sich das Abenteuer von nun an in nervigen Wiederholungen sowie stupidem Hin- und Her zwischen den Schauplätzen, die ohnehin sehr überschaubar geraten sind. So bleibt die kleine Hafeninsel Flotsam der ersten Episode auch nachfolgend als regelmäßiger Anlaufpunkt erhalten.

Le Chuck hat die Pocken...
Diskussionsstoff der nicht so humorvollen Art bietet die technische Seite inklusive einer handvoll misslungener Stilbrüche. Und diese fangen bereits beim Hauptprotagonisten an, nämlich einem kantigem Guybrush Threepwood mit pubertärem Kinnbart, was ziemlich dämlich aussieht. Auch bei seiner normalen Kleidung hat man sich nicht allzu viele Mühe gegeben, zumindest wirkt er aber nicht mehr so tuntig wie noch in Teil 4. Der Grafikstil allgemein ist eine Mischung aus Teil 3 und 4 mit dem typischen Telltale-Look, den man bereits aus Sam & Max kennt. Dafür wirkt Tales of Monkey Island um einiges detaillierter und sauberer. Nicht nur Serienfans vermissen das berühmte Scumm-Interface, so dass trotz aller Witzigkeit viele Möglichkeiten ungenutzt bleiben. Krampfhaft wirkt weiterhin eine direkte Steuerung, die Guybrush bestenfalls zur gewünschten Aktion verleitet und im schlechtesten und viel zu häufigsten Fall sich die Spielfigur um die eigene Achse drehen lässt, an Gegenständen hängen bleibt oder den Spielbildschirm in eine völlig andere Richtung verlassen lässt. Angenehmes Point-&-Click-Feeling in karibischer Kulisse wird durch diese Faktoren immer wieder gestört. Einen Pluspunkt ergattert der Sound inklusive Musik, auch wenn das Affengeräusch beim Starten des Programms schmerzlich vermisst wird. Wer das Ambiente der Vorgänger schon mochte, der macht auch mit der deutschen Sprachausgabe nichts falsch, denn Norman Matt konnte als Guybrush-Synchronstimme wieder gewonnen werden. Auch die Synchronisation von Elaine, LeChuck, der Voodoo-Lady und Murray hört sich wundervoll vertraut an.


Fazit: Tales of Monkey Island ist eine überraschend gelungene Fortsetzung der Piratenwitz-Kanone, die in den ersten viereinhalb Episoden fast zum derzeit Besten des Genres gehört. Ab dann flacht der Spaß spürbar ab, was bleibt ist ein gutes Abenteuer, das mit Situationskomik, Wortwitz und Kopfnüssen punktet.



Dienstag, 22. Mai 2012

Max Payne 3 Komplettlösung von Christian Mester


Mein geschätzter Kollege Christian Mester hat eine feine Komplettlösung zum kürzlich erschienenen Actiontitel Max Payne 3 veröffentlicht. Viel Spaß beim Lesen:




Sonntag, 20. Mai 2012

The Witcher 2 Enhanced Edition Review Teil 4: Der 3. Akt


Genre: Action-Rollenspiel
Erschienen: Enhanced Edition am 17. April 2012 für Xbox360, per Update für PC

Im vierten und letzten Teil meines Berichts dreht sich alles um den Schlussakt der Xbox360-Version von The Witcher 2: Assassins of Kings, der noch etwa 2 Stunden Spielzeit bieten kann.

Wenn ich den 2. Akt noch für seine außerordentliche Qualität gelobt habe, so muss der Schlussakt leider in ungleicher Außerordentlichkeit kritisiert werden. Zwar erfährt der abschließende 3. Akt durch die Enhanced Edition gegenüber der ursprünglichen PC-Fassung an Umfang und wenigen Aufgaben, qualitativ wird hier aber der eindeutig schwächste Abschnitt geboten. Zum Ende hin muss man zudem im Großen und Ganzen erkennen, dass der Vorgänger spielerisch deutlich mehr drauf hatte. Die Spielumgebung bleibt zwar weiterhin imposant, aber mehr als ein paar Monster töten, einer Eskorte und einem guten Rätsel bleiben nicht unbedingt in Erinnerung. Doch auch in diesem Abschnitt ließen es sich Entwickler nicht nehmen, den Hexer in vielen Situationen vor die Wahl zu stellen, was ihm denn nun wichtiger ist. Als Hexer muss der Spieler viele Prioritäten setzen - und zum x-ten Mal die Unhöflichkeit seiner Gefährten hinnehmen. Die schlagen ihm nämlich weiterhin ständig die geöffnete Tür vor der Nase wieder zu. Spielerisch ist das eine unschöne Unhöflichkeit, technisch ein Fauxpas den man eigentlich noch hätte beheben können.

Der Drachenkampf läutet den Showdown ein.
Dafür haut The Witcher 2: Assassins of Kings weiterhin mit fantastischer Optik, Präsentation, Dialogen und einer interessanten Geschichte ein, die im Showdown mit einem Drachenkampf sowie der unvermeintlichen Gegenüberstellung mit dem Königsmörder ufert. Zwischendurch soll noch entschieden werden, wie man mit Verrätern unter den vermeintlich eigenen Reihen verfahren möchte. Es bleibt vorerst eigentlich keine Frage offen. Gerade durch diese ausgeprägten Qualitäten schafft es das Spiel dann letztendlich, besonders positiv in Erinnerung zu bleiben. Und nach dem Abspann, soviel sei verraten, wird bereits der Nachfolger angekündigt.


Fazit 3. Akt: Leider gibt der Schlussakt nicht mehr viel her um sinnvoll darüber zu schreiben ohne dass sich die Rezension gestreckt lesen würde. So bleiben die letzten Stunden in der Welt von Geralt spielerisch keineswegs in Erinnerung, das Ende der Geschichte gestaltet sich aber überaus erfreulich.

Sonntag, 13. Mai 2012

The Witcher 2 Enhanced Edition Review Teil 3: Der 2. Akt


Genre: Action-Rollenspiel:
Erschienen: Enhanced Edition am 17. April 2012 für Xbox360, per Update für PC

Im dritten Teil meines Berichts dreht sich alles um den 2. Akt der Xbox360-Version von The Witcher 2: Assassins of Kings, der weit über 10 Stunden Spielzeit bieten kann.

Drehte sich bereits im Prolog und in Akt 1 schon alles um die Könige, so setzt der 2. Akt dem Spiel im wahrsten Sinne des Wortes die Krone auf. Denn die ersten Schritte in diesem in jeder Beziehung eindeutig bestem Kapitel gehen wir im Gewand König Henselt´s. Diese kurze Einführung in die Geschehnisse ist zwar alles andere als spielerisch anspruchsvoll, passt aber zur Erzählweise von The Witcher 2 und in diesen Stunden wird König Henselt in seinem scheinbar gut verbarrikadierten Holzfort die zentrale Anlaufstelle bleiben. Außerdem spielt er auch noch eine gewichtige Rolle beim Übergang zum letzten Kapitel.

Die ersten Schritte im 2. Akt gehören König Henselt.
Oberflächlich betrachtet bleibt im 2. Akt eigentlich alles beim Alten. Mit jedem weiteren Schritt, jedem Gespräch, jedem Kampf und jedem Auftrag wird man aber schon bald erkennen, dass hier alles größer und epischer wirkt als noch im vergleichsweise geruhsamen Flotsam. Die Spielwelt ist um einiges umfangreicher ausgefallen, umfasst neben dem Holzfort und seiner wunderschönen Umgebung auch noch ein Schlachtfeld voller untoter Soldaten sowie der Festungsanlage Vergen. Das Gefühl der Bewegungsfreiheit ist stärker ausgeprägt, auch wenn kurze Ladezeiten immer wieder für kurze Augenblicke den Eindruck einer übergangslos zusammenhängenden Welt schmälern und sich der Spieler immer wieder die Frage stellt, warum beispielsweise vorm Betreten eines jeden kleinen Zeltes der Ladebildschirm erscheinen muss.

Roche´s Lager vor dem Holzfort.
Neben den optionalen aber spaßigen Armdrücken und Würfelpokerspielen bietet das Holzfort sogar im Rahmen eines Auftrages eine kleine Kampfarena. Sowohl Hauptmissionen als auch Nebenaufträge erleben hier ihre Höhepunkte, denn die Geschichten werden immer verzweigter und überraschender. Wiederum ist es wichtig, in Dialogen eine klare Entscheidung herbeizuführen. Die Ergebnisse könnten unterschiedlicher nicht sein, etwa bei dem gruseligen Auftrag um eine vermeintlich gequälte Geistergestalt. Aber auch ein durchaus gelungenes Rätsel rund um eine Opferstätte und die damit verbundene Lösung eines komplizierten Fluches spielt noch eine unterhaltsame Rolle. Der Anteil an Kämpfen überwiegt allerdings deutlich.

Ist dies des Rätsels Lösung der Opferstätte?
Grafisch bleibt alles ansonsten wie gehabt: Wunderschöne Postkartenkulissen wechseln sich mit düsteren Dungeons ab. Die Besonderheit liegt im 2. Kapitel an der Dynamik der Spielwelt, denn das Holzfort sowie die Festungsanlage Vergen verändern sich innerhalb der Spielzeit, was sich auch unweigerlich in der Stimmung wiederspiegelt. Wem kann man vertrauen? War unsere Wahl des Verbündeten richtig? Auf jeden Fall zeigen sich spürbare Konsequenzen, die sich im Schlussakt noch manifestieren werden. Leider fehlt in diesem Abschnitt ein Zwischenbosskampf, dafür schlüpft Geralt mithilfe schwarzer Magie kurzzeitig in die Haut eines Attentäters, um dessen letzten Taten nachvollziehen zu können. Wie sich schnell herausstellt, führt die Spur zum Königsmörder Letho


Fazit 2. Akt: Der Spielablauf öffnet sich noch weiter. Atmosphäre, Quests und Spielumgebung bewegen sich auf einem sehr hohen Niveau, zudem wirken sich Entscheidungen noch Konsequenter aus. Lange Rede, kurzer Sinn: Alleine für dieses Kapitel lohnt sich der Kauf.


Samstag, 5. Mai 2012

The Witcher 2 Enhanced Edition Review Teil 2: Der 1. Akt



Genre: Action-Rollenspiel
Erschienen: Enhanced Edition am 17. April 2012 für Xbox360, per Update für PC

Im zweiten Teil meines Berichts dreht sich alles um den 1. Akt der Xbox360-Version von The Witcher 2: Assassins of Kings, der etwa 8 bis 10 Stunden Spielzeit bietet.


Mit dem Schiff landen Geralt samt Begleitung im beschaulichen Hafenörtchen Flotsam. Doch der Schein trügt, denn schon bei der Ankunft greifen die Scoia´tael an, ein riesiges Wasserungeheuer treibt sein Unwesen und auch sonst gibt es hier mehr zwielichtige Personen, als uns lieb sein könnte. Dazu gesellen sich aber auch alte Bekanntschaften aus dem ersten Teil, namentlich Rittersporn und Zoltan. Die treuen Wegbegleiter haben einiges zu erzählen und sind von nun an vornehmlich – wie sollte es auch anders sein - in der Schenke zu finden. Einige Aufträge erhalten wir nicht nur von den Bewohnern Flotsams und des angrenzenden Waldes, sondern sind an einer Tafel angeschlagen. 

Flotsam - nicht gerade einladend
Die Spielwelt gestaltet sich nun offener, auch wenn die Gebiete bei weitem nicht so weitläufig wie gedacht ausfallen. Vielmehr ist die Umgebung kompakt mit Inhalten gefüllt, also nicht wirklich ein großes Openworld-Erlebnis, zumal auch in Akt 1 der Spielfluss häufig durch teilweise schon mal ausschweifende Dialoge und sehr sehr viele kleine Ladezeiten unterbrochen wird. Trotzdem wirkt Flotsam samt Umgebung unheimlich liebevoll gestaltet, bietet auf dieser vergleichsweise überschaubaren Fläche markante Anlaufpunkte. Orientierungsprobleme sollten demnach keine aufkommen, Minikarte sowie Übersichtskarte lassen ein großes Problem anderer Rollenspiele gar nicht erst aufkommen. Kleine technische Ungereimtheiten, beispielsweise vereinzelt matschige oder zu spät nachladende Texturen, Zeilenverschiebungen oder gar unglückliche Kameraperspektiven bilden weiterhin die Ausnahme dieser gelungenen Umsetzung für die Xbox360.

Auch ein Zwischenbosskampf hat der 1. Akt aufzubieten
Die tolle Präsentation bleibt weiterhin auf höchstem Niveau, was durch größtenteils gelungene kleine Geschichten rund um die Missionen einfach ein großartiges Spielerlebnis aufkommen lässt. Der Ton bleibt dabei erfreulich rau, frech, sarkastisch und witzig. Einfache Botengänge oder Füllmaterial finden sich im Quest-Repertoire fast überhaupt nicht. Vielmehr soll der Hexer schon mal Entscheidungen vorzugsweise per Dialogoption treffen die sich nicht nur auf den jeweiligen Auftrag selbst auswirken sondern unmittelbar den weiteren Spielverlauf stark beeinflussen. So wird Geralt gegen Ende des Kapitels vor die Wahl gestellt, mit wem er sich lieber verbünden will. Ab genau diesem Zeitpunkt entsteht wohl der große Anreiz The Witcher 2 mindestens ein zweites Mal durchzuspielen. Abseits dieser konsequenten Entscheidungen finden sich ohnehin genügend Höhepunkte um dieses Unterfangen zusätzlich zu rechtfertigen, sei es nun der imposante Zwischenbosskampf oder eine anregend-pikante Sexszene. Kurzweilige Einlagen wie Armdrücken, Würfelpoker und Prügeleien per Quick-Time-Events (Schwierigkeitsgrad dieser separat einstellbar) lockern das Abenteuer immer wieder auf, sind wie die Nebenaufträge optional. Kämpfe gehen weiterhin flott von der Hand, sind jedoch erst auf einem höheren Schwierigkeitsgrad wirklich herausfordernd. Nettes Detail: Wie schon im ersten Teil spielt auch schon mal die Tageszeit eine wichtige Rolle, wobei der Tag- und Nachtwechsel ruhig etwas flotter vonstatten gehen könnte.

Mit Quick-Time-Events gibts ordentlich aufs Maul
Weitaus wichtiger als noch im Prolog ist das Herstellen und Aufwerten von Gegenständen wie Rüstungen, Waffen sowie Tränken. Grund dafür sind sehr viele Objekte, die sich im Inventar des Hexers ansammeln, was aber auch häufig zur Überlastung führt. Dann kann der Held nur noch recht gemächlich schlendern und nicht mehr laufen. Hierfür wäre noch eine Inventar-Erweiterung sinnvoll gewesen, eine solche findet sich leider nicht im Menü um die gewonnenen Erfahrungspunkte zu verteilen – weder Hexerausbildung, Schwertkampf, Alchemie oder Magie führen diesen wünschenswerten Punkt auf. Auch deswegen ist es immer wieder ratsam die Händler aufzusuchen oder die Lagerfunktion der Schenke zu nutzen. Wie sich später jedoch herausstellt, bringen neue Rüstungen auch die erwünschten Inventar-Erweiterungen mit sich. 




Fazit 1. Akt: Wie erwartet hat sich das Spiel nun geöffnet, wer jetzt noch nicht begeistert ist, der wird aber spätestens im nun folgenden 2. Akt nicht mehr abstreiten können, dass The Witcher 2 ein wirklich charmantes, qualitativ hochwertiges Erlebnis ist. 

Sonntag, 29. April 2012

The Witcher 2 Enhanced Edition Review Teil 1: Der Prolog



Genre: Action-Rollenspiel
Erschienen: Enhanced Edition am 17. April 2012 für Xbox360, per Update für PC

Im ersten Teil meines Berichts über die Xbox360-Version von The Witcher 2: Assassins of Kings fasse ich den Prolog zusammen. Dies habe ich ebenfalls mit Akt 1 bis 3 vor.


Der Start in das Abenteuer nach dem optionalem Tutorial ist überaus blutig, denn ein mysteriöser Attentäter hat es nicht nur auf Königskronen  abgesehen sondern direkt auf das komplette Königshaupt samt abgetrenntem Schädel. Makaber, makaber. Was dies nach der eindrucksvollen Introsequenz mit unserer Spielfigur, dem Hexer Geralt zu tun hat, lässt sich anfangs nur erahnen. In einem dunklen, miefigem Kerker findet er sich wieder, schwer misshandelt von den Wachen. Doch wie kam es überhaupt soweit? Ein anschließendes Verhör durch Vernon Roche, in dem man anhand der Dialogoptionen in vorerst beliebiger Reihenfolge die Geschehnisse nachspielen darf. 

Von links nach rechts: König Foltest, Geralt von Riva und Vernon Roche.
An der Seite des Temerischen Königs Foltest setzt man zum entscheidenden Schlag gegen die riesige Burgfestung der La Valette an. Dazu gesellen sich noch eben jener Agent Vernon Roche sowie Geralt´s Dauergeliebte Triss Merigold. Bei der Eroberung trennen sich ihre Wege kurzzeitig durch einen Drachenangriff, so dass König und Hexer den Großteil des Prologs allein bestreiten. Schon währenddessen fällt Geralt eine Gruppe Scoia´tael auf, einige Zwischensequenzen später in scheinbar gesicherten Gemäuern wird der König ermordet und Geralt wird als Königsmörder festgenommen und ins Verlies gesperrt. Doch ihm gelingt die Flucht in den ersten Akt.

          Triss Merigold: Dauergeliebte des Hexers und Playboy-Covergirl.
Das Mittelaltersetting weiß schon wie im ersten Teil zu gefallen, durch große technische Sprünge wirkt nun alles noch pompöser, was sich nicht nur auf nahe gelegene Texturen, Objekte sowie Charaktere auswirkt, sondern auch auf besonders malerische Hintergründe. Auch das Zusammenspiel von Licht und Schatten ist äußerst gelungen, von Beginn an baut The Witcher 2 eine unglaublich dichte Atmosphäre auf, wie man es sich von einem Fantasy-Rollenspiel nur wünschen kann. Nicht selbstverständlich läuft das Geschehen bis zum Ende des Prologs völlig ruckelfrei und angenehm flüssig über den Bildschirm. Wirklich viel zum spielen gibt es aber noch nicht im Prolog, denn alle paar Meter wird der Spielfluss zugunsten von tollen Zwischensequenzen in Spielgrafik oder etwas gewöhnungsbedürftigen Comics unterbrochen, die fantastische Dialogregie entschädigt dafür aber. Im Kern bleibt man seinem Vorgänger treu, indem man allerhand Zeug und Kräuter aufsammelt, bis das Inventar Überlastung meldet. Dann bewegt sich die Spielfigur auch deutlich langsamer. So wird man das ein oder andere Utensil noch wegwerfen, wichtig ist an dieser Stelle je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad eigentlich nur das Stahlschwert, das insbesondere gegen Menschen sehr effektiv ist. Das Silberschwert ist und bleibt der Schrecken aller Monster und Mutanten. Im Meditationsmodus lassen sich trotzdem bereits magische Zeichen anwählen, Tränke herstellen und einnehmen sowie erste Fertigkeitspunkte vergeben. Auch die Blockfähigkeit erweist sich als wichtig, es scheint aber nicht mehr so sehr aufs Timing anzukommen als noch im Vorgänger. So fühlt sich der Nachfolger etwas nach Hack&Slay an, wie sich in den vereinzelten Scharmützeln zeigt.

In diesem Spiel gibt es nicht nur verbal auf die Fresse
Überwiegend linear gestalten sich die ersten zwei Spielstunden, obwohl sich schon hier erste Nebenaufgaben auftun, sogar mit ersten fühlbaren Auswirkungen. Wichtig dabei scheint das Dialogsystem zu sein, so lassen sich Konflikte auch auf friedliche Art und Weise umgehen. Zudem hört man den Figuren gerne zu, denn die deutsche Vertonung ist im Zusammenspiel mit Mimik und Gestik überaus gelungen. Die Dialoge selber sind außerordentlich derb und humorvoll, stecken voller Zynismus und Wortwitz wie man es sich von Risen 2 erhofft und zuletzt in einer solch guten Qualität in Divinity 2 erleben durfte. 



Fazit Prolog: Die ersten Spielstunden gestalten sich noch streng linear und führen in die Geschichte ein, etwas mehr Spiel und weniger Zwischensequenzen hätten dem Fluss aber besser getan. The Witcher 2 muss und wird sich jetzt öffnen. Und was ist mit den merkwürdigen Träumen des Hexers?



Dienstag, 24. April 2012

The Witcher 2: Enhanced Edition für Xbox360 eingetrudelt!

Ein paar Tage nach dem offiziellen Verkaufsstart der Xbox360-Version von The Witcher 2 ist das Spiel nun auch bei mir eingetroffen. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an das Team von CD PROJEKT RED für die freundliche Bereitstellung der Software. Freut euch also demnächst auf mein Review.


Montag, 23. April 2012

Uncharted Fan-Filme

Wer keine PS3 um in den Genuss der Uncharted-Reihe zu kommen oder einfach nochmal die Story kompakt in angenehmer Filmlänge ansehen möchte, kann dies nun an dieser Stelle tun. Viel Spaß beim Anschauen:

Uncharted 1:




Uncharted 2:




Uncharted 3:




Sonntag, 22. April 2012

Legacy of Kain: Blood Omen (PS1 Review)



Erschienen: März 1997 für PS1, 31. August 1997 für PC, 9. November 2011 für PSN
Genre: Action-Adventure
Alterseinstufung: USK ab 16 Jahren

Wenn man nach einer gefühlten Ewigkeit die alte Playstation 1 wieder startet um dann noch ein zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre altes Spiel einzulegen, dann muss es schon etwas ganz besonderes sein. Doch was mich zu diesem Schritt bewegt hat, waren weder Crash Bandicoot, Tomb Raider, Silent Hill oder Resident Evil. Im Zuge meines Legacy-of-Kain-Marathons fiel die Wahl auf den ersten Teil dieser Serie: Blood Omen.


Die Säulen von Nosgoth sind der zentrale Anlaufpunkt im Spiel.
Hauptverantwortlich für dieses Werk aus dem Jahr 1996/1997, das außerdem noch für den PC erschien und aktuell im Playstation Store als Downloadtitel erworben werden kann, sind die kanadischen Entwickler von Silicon Knights (Eternal Darkness, Metal Gear Solid: The Twin Snakes) in Zusammenarbeit mit Crystal Dynamics, die die Serie in der Folgezeit fortsetzen sollten. Blood Omen bildet hierbei für alle Nachfolger die geschichtliche Grundlage, denn die Ereignisse im Erstling werden immer wieder aufgegriffen. Ergo kommt man um den Erstling einfach nicht herum, um die kompletten Ausmaße der tiefgründigen, düsteren Vampirgeschichte zu begreifen. Das fängt schon in der gerenderten Introsequenz an: Das Land Nosgoth ist auf das Gleichgewicht der neun Säulen gestützt, dessen Hüter jedoch von dunklen Mächten ermordet werden. Die Hüterin des Gleichgewichts, Ariel, wurde verflucht als Geist um die verfallenen Säulen zu irren. Auch der arrogante Adelsherr Kain verwirkt sein menschliches Dasein nach einem Mordanschlag auf offener Straße. Er erwacht in der Unterwelt, wird jedoch von einem Nekromanten als Vampir zurückgeschickt um Rache zu üben. Diese ist auch relativ schnell und blutrünstig genommen, jedoch begegnet Kain sodann dem mächtigen Vampir Vorador sowie dem zwielichtigen Zeitstromlenker Möbius. Das Unheil nimmt durch Zeitreisen und Intrigen seinen Lauf. Der Fokus in Blood Omen liegt auf der Reparatur der 9 Säulen verbunden mit der Wiederherstellung des Gleichgewichts. Ist wirklich alles vorherbestimmtes Schicksal oder steckt mehr dahinter? Als Spieler kann man aus zwei verschiedenen Enden wählen, was mit dem Reich Nosgoths geschieht.

Szene aus dem Intro. Links: Vorador.
Blood Omen präsentiert sich spielerisch als Echtzeitmischung aus Action-Adventure mit vielen Elementen aus kampflastigen Hack&Slay-Rollenspielen mit ein paar Schalterrätseln, ohne dabei jedoch auf ein ausgeklügeltes Erfahrungspunktesystem zurückzugreifen. Vielmehr bestehen die RPG-Anteile daraus, Lebens- sowie Magieleiste an Blutquellen zu vergrößern. Ebenso verhält es sich mit der eigenen Kampfkraft oder speziellen Rüstungen und Waffen. Was sich nach Genrestandard liest, ist in Wahrheit viel tiefgründiger als auf den ersten Klick gedacht. Denn die Entwickler haben es tatsächlich geschafft, Vampiristische Eigenheiten sinnvoll in das Spiel einzubinden. Selbst der Blutdurst ist hier spielerisch wichtiges Element, deshalb sollte Kain nicht in Verlegenheit kommen, einen Großteil von Gegnern und unschuldigen Zivilisten auszusaugen. Aber Vorsicht: Nicht alle Blutgruppen schmecken einem Vampir: Während rot und blau jeweils der Lebens- und Magieanzeige zugute kommen, schadet schwarz und grün nachhaltig. Sogar der fließende Tag-/Nachtwechsel, Gelände (z.B. Wasser oder Sumpf) sowie die Wetterverhältnisse haben Auswirkungen auf die spielerischen Rachegelüste Kains.

Kain verträgt kein Wasser. Zum Glück gibt es Brücken oder andere Umwege.
Ein Blick ins Inventar offenbart noch mehr Tiefe, denn nach und nach findet Kain neue Rüstungen und Waffen. Während Eisen den Standardschutz darstellt erweisen sich Knochen-, Chaos-, Fleisch- sowie Gespenstrüstung in vielen Situationen als Lösung schier unmöglicher Probleme. Das überschaubare Waffenarsenal besteht aus Eisenschwert, dem sagenumwobenen Seelenräuber, Flammenschwert, Keule und Axt. Beide letztere lassen sich übrigens auch dazu nutzen, Bäume zu fällen oder Megalithen zu zertrümmern. Sowohl Gegenstände als auch Zauberspüche lassen sich jeweils in Schnellmenüs verteilen, um schnellen Zugriff darauf zu gewähren. Von den Magiekarten gibt es 13 verschiedene mit so viel sagenden Beschreibungen Licht, Betäubung, Blutdusche oder Geisttod. Den Zufluchtszauber nutzt Kain vorzugsweise in wirklich aussichtslosen Situationen um in seine sichere Gruft zurückzukehren. Ebenso wichtig wird die Geistkontrolle, die es erlaubt, menschliche Gegner zu kontrollieren, was etwa bei scheinbar unerreichbaren Schaltern eine nützliche Möglichkeit ist. Spielt Kain seine Magiekarte Hass aus, verfallen alle Gegner im Wirkungsbereich in tobenden Wahnsinn und metzeln sich selber nieder. Gerade in diesen Situationen rechtfertigt Blood Omen seine Freigabe ab 16 Jahren, denn Freund und Feind geizen beileibe nicht mit spritzendem Blut oder herumfliegenden Körperteilen.

Für andere eine Folterkammer, für Kain ein Esszimmer.
Daran haben auch 8 Gegenstände ihren Anteil. Während das Herz der Dunkelheit die Spielfigur wieder belebt, verfolgt die Peitsche ihr Ziel um ihr das Fleisch vom Körper zu reißen. Schwarze Magie ist ganz offensichtlich ein effektives Massenvernichtungsmittel, während eine Eiterblase Gegner in Matsch umwandeln. Implosion erklärt sich wieder von selbst und hält den Splatterfaktor enorm hoch. Wichtig wird eine gute Zusammenstellung der Schnellmenüs insbesondere bei den mehr oder weniger taktischen Zwischenbosskämpfen und im letzten Drittel des Spiels, wo der Schwierigkeitsgrad bei der Masse an Widersachern deutlich anzieht. Kain hat aber noch mehr drauf, nämlich seine Erscheinungsformen zu wechseln: Als Wolf überspringt er unpassierbare Hindernisse, Nebel erlaubt ihm ohne Widerstand durch Türen oder Wände zu gehen und in seiner Menschenverkleidung wird er überhaupt nicht als Vampir wahrgenommen, ähnlich seiner Betörerform. In Fledermausform fliegt er zu bestimmten Punkten auf der Fledermauskarte, die ebenso einen Überblick der Spielwelt gewährt wie Umgebungs- und Weltkarte. Gespeichert wird an dafür vorgesehenen Speicherpunkten, die zahlreich in Nosgoth verteilt wurden.

Schick: Tag- und Nachtwechsel sowie gelungene Wettereffekte 
Im Gegensatz zu seinen rein dreidimensionalen Pendants der damaligen Zeit kann man sich Blood Omen auch heutzutage noch ganz ordentlich ansehen. Grund dafür ist eine überaus detaillierte Ansicht von oben mit vielen verschiedenen Ortschaften mit ihren optischen Eigenheiten. Animationsphasen von Spielfiguren lassen sich gemütlich mitzählen und in sich wiederholen sich Sets und Objekte zwar immer wieder insbesondere in Häusern, jedoch war es zur damaligen Zeit keine Selbstverständlichkeit fast jedes Gebäude und jede Gruft betreten zu können. Außerdem sind Licht und andere Effekte überaus gelungen, was die Playstation-Version nicht selten mit spürbaren Rucklern fast in die Knie zwingt. Ähnliches lässt sich beim weiten Herauszoomen feststellen. Eine weitere Besonderheit ist die beinahe komplette Vertonung des Spiels, auch wenn sich die ein oder andere Stimme nach heutigen Maßstäben etwas merkwürdig in Klang sowie Betonung anhören mag. Fast jede Person im Spiel ist ansprechbar. Hauptfigur Kain ist dafür wie in anderen Serienteilen wirklich toll, bitterböse, zynisch und sarkastisch vertont worden – was viel zu seinem Status als Antihelden-Ikone beigetragen haben dürfte. Die Steuerung per Playstation-Gamepad funktioniert fast tadellos. Blood Omen fühlt sich zu jedem Zeitpunkt absolut griffig an.

Ein Blick auf die Übersichtskarte hilft bei der Orientierung.
Kleine, aber feine Randnotiz: Unter dem Titel Blood Omnicide ist ein Fanprojekt zu Legacy of Kain: Blood Omen in Entwicklung. Im Januar 2011 erschien bereits eine erste spielbare Demoversion.


Fazit: Blood Omen ist der Startschuss einer fast in Vergessenheit geratenen Videospielserie, die ohne Zweifel nicht nur eine hervorragende geschichtliche Grundlage bildet sondern auch spielerisch sehr tiefgründig ist. Spielfigur Kain gehört seit jeher zu den prägenden Antihelden.



Samstag, 14. April 2012

The Witcher 2 Xbox360-Version auf dem Weg zu mir

Vor einigen Tagen gab es beim The-Witcher-2-Entwickler CD Project Red eine Aktion, wo man sich als Review Artist der Xbox360-Version bewerben konnte. Anscheinend hat den Jungs mein Blog so sehr gefallen, dass schon heute eine freudige Nachricht bei mir eintraf. Freut euch also demnächst auf mein Review zu The Witcher 2 für Xbox360! Vielen Dank an CD Project. Hier die Zusage im Wortlaut:



Dear Gamer,


Congratulations! You convinced us that you should be the one to review The Witcher 2: Assassins of Kings Enhanced Edition! A copy of our game is already heading your way and you should receive it soon. We really want to hear what you think about our game – so we would appreciate if you published your review and spread the word among your friends using your own social media channels. Your opinion matters as the opinion of your colleagues, so encourage them to comment on what we think is one of the best RPGs for the Xbox 360.

Have fun!




Donnerstag, 5. April 2012

Game One-Plauschangriff: Videospiel-Filme



Dass sich die Jungs von Game One gerne etwas ausschweifender über ihre gewählten Themen im Plauschangriff-Podcast unterhalten, dürfte nach unzähligen Ausgaben bereits bekannt sein.

Beim Thema "Videospielverfilmungen" haben Sie sich aber nun selbst übertroffen und einen kompletten Arbeitstag investiert für ihren aktuellen, achtstündigen Podcast. Von Super Mario bis Prince of Persia wird hier eigentlich jeder erschienene Film bequatscht und diskutiert.



Sonntag, 25. März 2012

World of Darkness Presentation @ EVE Fanfest 2012

Zum kommenden Online-Spiel World of Darkness - in diesem Universum spielten auch die hervorragenden Rollenspiele Vampire: Die Maskerade sowie Vampire 2: Bloodlines - gibt es nun anlässlich des EVE Fanfest 2012 bissfestes Präsentationsmaterial. Der Youtube-User wodmmo hat diese hochgeladen und zugänglich gemacht. Vielen Dank dafür:





Donnerstag, 22. März 2012

Wing Commander Saga: The Darkest Dawn Download Mirrors & Torrent


Seit 19 Uhr am heutigen Abend ist es soweit: Das kostenlose Fanprojekt Wing Commander Saga: The Darkest Down steht zum Download zur Verfügung. Da die offizielle Homepage den riesigen Ansturm wohl nicht bewältigen kann, stelle ich hier Download-Mirrors zur Verfügung:




Weiter Download-Mirrors könnt ihr natürlich gerne im Kommentar-Bereich posten.

Donnerstag, 1. März 2012

die ärzte - zeiDverschwÄndung

Am morgigen 2. März 2012 erscheint die neue EP von DIE ÄRZTE mit dem Titel zeiDverschwÄndung. Hierzu gibt es bereits mehrere Videoclips:





Mittwoch, 29. Februar 2012

Doom 4: Erste Bilder

Im Internet sind heute die ersten Bilder zu Doom 4 aufgetaucht und zwar direkt über 100 Stück. Hier schon mal ein Teil davon. Zum Vergrößern klickt einfach die verkleinerten Bildausschnitte an: