Sonntag, 28. September 2008

Dark Messiah of Might & Magic (PC-Review)

Genre: Action-Rollenspiel
Erschienen: 24. Oktober 2006 (PC), 14. Februar 2008 (als "Elements auf Xbox360)
Alterseinstufung: Keine Jugendfreigabe gem. § 14 JuSchG

Die Might & Magic-Reihe könnte seit jeher auch genauso gut "Licht & Schatten" heißen. In schöner Regelmäßigkeit erscheinen Spiele aus dem Fantasy-Universum, die einen großartig, die anderen unterirdisch. Nach den sehr enttäuschenden Rollnspiel Might & Magic IX, dem Rundenstrategie-Ableger Heroes of Might & Magic IV sowie dem grausigen Legends of Might & Magic wurde den nächsten Projekten etwas mehr Zeit gegeben - heraus kamen Heroes of Might & Magic V und natürlich das Actionspektakel Dark Messiah, dessen Qualitäten hier im Review zeigen.

Als Jungtalent Sareth findet sich der Spieler, dessen Vormund Phering ihn nach Steinhelm schickt, um den Schädel der Schatten zu suchen. Denn dieser ist das einzige Mittel, um den dunklen Messias aufzuhalten. Ganz alleine ist man aber nie: Die Stimme von Xana, die im Geiste mit Sareth verbunden wurde, gibt Tipps, Ratschläge, aber auch freche Sprüche - bis ihr irgendwann vor der Wahl steht, ob ihr auf sie hören wollt oder euch von ihr lossagen wollt. Die kurze Idylle in Steinhelm trügt, denn schon kurze Zeit später wird die Stadt angegriffen von allerlei Fantasy-Getier. Die weitere Reise führt den Spieler zu einer Insel, durch gruselige Gruften, Katakomben und schließlich zum dunklen Messias - wo sich Sareth´s Schicksal und das der gesamten Menschheit entscheidet. Die Wahl liegt bei euch!













Dark Messiah of Might & Magic
ist ein Action-Rollenspiel aus der Ego-Perspektive. Dass die Entwickler der Arkane Studios dies beherrschen, zeigten sie schon 2002 mit dem sehr guten Arx Fatalis, welches allerdings komplett im Untergrund spielte, was bei Dark Messiah zwar auch recht häufig der Fall ist, aber auch mit imposanten Außenlevels protzt. Die Wurzeln sind auf jeden Fall erkennbar, auch im Design der Gegenstände, der Waffen und der gegnerischen Fantasy-Wesen wie Ork, Goblin & Co.. Ganz fies sind die giftigen Spinnen. Das Spiel hat alles, was ein gutes Rollenspiel auch ausmachen muss: Ein übersichtliches Inventar, Quickslots zum schnellen Auswählen von Gegenständen, Sprüchen oder Waffen und natürlich Erfahrungspunkte, die es auf die verschiedenenen Attribute anzuwenden gilt. So gibt es im recht linearen Spielverlauf auch eine nicht-lineare Komponente, die das Spiel so reizvoll machen, nämlich die Charakterentwicklung. Ob Schwertkrieger, Bogenschütze, schleichender Assassine oder Magier - hier sind keine Grenzen gesetzt, obwohl Actionfans sicherlich den Weg des Kriegers eingehen werden. Ich habe mich für eine gesunde Mischung aus Krieger und Magier gewählt, denn die Zauber sind enorm wirksam. Beispielsweise lassen sich durch Eis- und Feuerzauber enorm kuriose Situationen herbeiführen, sich so die Lebenskraft immer wieder regenerieren ohne ständig Tränke zu sich nehmen zu müssen. Im Nachhinein kann man sagen, dass es mehr als nur einen oder zwei Wege gibt, sich der lästigen Gegner zu entledigen, die enorm mächtigen Physikmöglichkeiten machen dies möglich.












In der knapp 8 Stunden umfassenden Einzelspielerstory glänzt das Spekaktel mit einer packenden Atmosphäre und spannenden Kämpfen, die auch 2 Jahre nach Erscheinen noch immer ihresgleichen suchen. Da diese nicht gerade zimperlich von statten gehen, wurde an der deutschen Version wieder mal die Schnibbelschere angesetzt, d.h. es gibt nicht so viel Blut und - noch viel schlimmer - keine abtrennbaren Gliedmaßen. Wer im Internet sucht, wird aber schnell nach einer Uncut-Möglichkeit fündig. Grafisch wird auf die Source-Engine aus Half-Life 2 zurückgegriffen, allerdings mit ungleich höheren Systemanforderungen. Ein PC jenseits von 3 Ghz und 2 GB RAM sollten es schon sein für vollen Spielgenuss. Bei der Optimierung haben die Entwickler offenbar geschlampt, denn die Texturen sehen aus nächster Nähe doch extrem verpixelt aus - was den tollen Gesamteindruck aber nicht schmälern sollte. Die deutsche Sprachausgabe geht prinzipell in Ordnung, kann sich allerdings zu keiner Zeit mit dem Originalton messen. Wer also die Möglichkeit hat, sollte schon unbedingt im Vornerein zum Import greifen. Für eine Topwertung reicht es letztendlich nicht, auch wenn mir persönlich eine tolle Anspielungen auf Klassiker wie Dark Project und die "Wiederauferstehung" des Seilpfeils enorm gefallen haben. Dafür ist manche Levelstruktur einfach zu verwirrend und undurchsichtig, eine größere Spielwelt wäre ebenfalls nett gewesen. Die Story rückt ebenfalls zu sehr in den Hintergrund, der Abschluss ist dementsprechend enttäuschend. Action-Fans ist das egal, greifen zu und spielen auch den Mehrspielermodus an.



Wertung: 8,0/10

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