heute wende ich mich mal wieder persönlich an Euch und danke erstmal auf diesem Wege, dass hier so viele Interessierte fleißig mitlesen.
Der Anlass für diesen Eintrag ist für mich ganz besonders, denn ich werde nach 4 Jahren meine Aktivitäten für die diversen Websites abschließen, was ausschließlich private und berufliche Gründe hat.
Ich danke auf diesem Wege den Seiten wo ich mich so richtig austoben konnte und die mir eine tolle Möglichkeit gegeben haben, meine selbst verfassten Artikel einem breiteren Publikum präsentieren zu dürfen:
bereitsgesehen.de
ps3-talk.de
gameswelt.de
spielfalt.de
gamescrowd.com
ps3inside.de
gameradio.de
Mir wurden sehr viele Spiele zur Verfügung gestellt, viele waren wahre Highlights wie Heavy Rain, God of War 3 oder auch Uncharted 3. Einige Spiele hatte ich selbst absolut nicht auf dem Zettel die mir dann aber wirklich viel Spaß gemacht haben, beispielsweise Everybody´s Golf: World Tour oder Legendary. Es waren aber auch absolut grottige Gurken dabei, auf die ich gerne verzichtet hätte... Rückblickend überwog aber ganz klar der Spielspaß und darauf sollte es jedem Spieler ankommen und nicht auf irgendwelche Prozentpunkte nach dem Fazit. Für mich als freier Redakteur stand immer das Videospiel selbst und der von mir verfasste Artikel im Vordergrund, den ich nach bestem Gewissen mit Charme und Wortwitz verfeinert habe.
Wie gehts es nun weiter?
In den nächsten Tagen werde ich meinen definitiv letzten Artikel auf ps3inside veröffentlichen. Aber keine Angst, ich lasse den Blog nicht zu einer Datenleiche verkommen. In unregelmäßigen Abständen wird es hier neue Inhalte geben: Verweise zu besonders gelungenen Artikeln geschätzter Redakteure oder Podcasts, kritischen Artikel-Analysen, Trailer, usw..
Man liest sich auf jeden Fall weiterhin an dieser Stelle.
Meine Damen und Herren, ich hatte die Möglichkeit Uncharted 3 zu testen. Nichts weniger ist dabei herausgekommen als die neue Referenz, sowohl auf ps3inside als auch hier im Blog.
"... aus Liebe zum Spiel." - Mit diesem Slogan wirbt die Internetseite www.Zockerrampe.de
Dabei scheint der Online-Shop für Videospiele die Spiele so sehr zu lieben, dass er diese trotz Bestellung und Zahlung einfach für sich behält. Der zahlende Kunde geht seit geraumer Zeit beim Einkaufen bei diesem Händler immer regelmäßiger leer aus und kann im Endeffekt froh sein, wenn er sein Geld wiederbekommt...
Sehr aktuelle Beispiele für das zweifelhafte Geschäftsvorgehen von Zockerrampe sind Dead Island sowie Rise of Nightmares.
Zu meinem Fall:
Am 4.9.2011 bestellte ich das Spiel Dead Island und bezahlte sofort per Paypal. Schon am Folgetag, dem 5.9.2011, bekam ich die Versandbestätigung. Tag um Tag zog ins Land hinein, jedoch blieb der Briefkasten mit der erhofften Sendung leer. Auf Emails antwortet man erst nach massivem Druck und wird auf den Newsletter vom 8.9.2011 verwiesen. Hier heißt es:
Newsletter vom 8.9.2011
Hallo,
Nachdem wir aktuell noch keinen Grund wissen, wieso in etwa 50 Sendungen (ca. 2-3 % aller Dead Island Sendungen) zu spät oder erst gar nicht bei euch angekommen sind. Haben wir uns nun dazu entschlossen euch folgende Möglichkeiten anzubieten:
a) Ersatzlieferung (wobei wir hier noch nicht 100%ig wissen, wann diese erfolgen können) b) Storno der Bestellung & Rückbuchung des Rechnungsbetrages
Wir bitten euch, eure Entscheidung per Mail andeadisland@zockerrampe.de zu senden. Wir werden Anfang der Woche alles abarbeiten. Bitte die BestellNR hierfür nicht vergessen.
Wir möchten uns hier nochmals ausdrücklich für die Lieferproblematik entschuldigen. Euren Unmut können wir verstehen. Manche Hetztiraden sind aber dennoch leicht überzogen. Wir versuchen hier alles bestmöglichst zu retten. Bei eigenständiger Rückbuchung einer Lastschrift weisen wir auf die gebühren gemäß der AGBs mit, die wir leider in Rechnung stellen müssten.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Kramer
Ich wählte Möglichkeit b) Storno der Bestellung & Rückbuchung des Rechnungsbetrages und schrieb sogar mehrere Emails an deadisland@zockerrampe.de - bis zum heutigen Tag ohne Rückmeldung. Hier muss sich der Händler die Frage gefallen lassen, ob es nicht doch bedeutend mehr als die selbst angegebenen und angeblich verloren gegangenen "50 Sendungen (ca. 2-3 % der Dead Island Sendungen)" sind. Eine Frage drängt sich unter den zahlreichen nachlesbaren Beschwerden immer wieder auf: Hat der Anbieter die Sendungen überhaupt verschickt oder kassiert dieser nur ab und hofft darauf, dass es die verärgerte Kundschaft dabei belässt? Ich aktivierte den Paypal-Käuferschutz und warte auch noch hier auf Rückmeldungen seitens des zweifelhaft agierenden Händlers.
Habt ihr ebenfalls schlechte Erfahrungen mit diesem Anbieter gemacht? Dann diskutiert mit, entweder hier direkt im Kommentarbereich oder auch unter folgenden Links:
Unglaublich aber wahr: Nur wenige Minuten nach diesem Post und dem Eröffnen eines Beschwerde-Themas bei Gamestar habe ich mein Geld zurückerhalten. Wer also ebenfalls Probleme mit Zockerrampe hat: Nur so scheint es zu funktionieren mit der Rückerstattung des Geldes.
*Update vom 22.12.2011:
So wie es scheint existiert Zockerrampe nicht mehr. Dies bestätigen auch immer mehr Beiträge in den bekannten Foren (z.B. Konsolentreff). Stattdessen wird man nun auf die Seite http://game2gether.de/weitergeleitet. Laut Impressum ist es aber der gleiche Betreiber (siehe http://game2gether.de/wordpress/impressum/)
*Update vom 26.12.2011:
Mittlerweile liegt uns auch eine offizielle Stellungnahme zur Schließung des Shops vor:
22. Dezember 2011 um 11:38 .Mit sofortiger Wirkung wird der Onlineshop Zockerrampe.de geschlossen. Aufgrund Probleme mit einem Großlieferanten und in betrügerischer Absicht einbehaltenen mittlerweile mehreren Tausend Euro und Nichtlieferung zahlreicher Waren sind wir gezwungen den Onlineshop aufzugeben.
Die letzten Wochen war unsere Kommunikation sicherlich mehr als mangelhaft und die Reaktionen in diversen Foren sind verständlich. Wir versuchen dennoch auch in Zukunft noch alle ausstehende Forderungen von Kunden zu begleichen. Hierfür bitten wir entsprechend um Geduld. Eine Klage gegen den Betreiber des genannten Großlieferanten wurde bereits eingereicht und wir erhoffen uns, auf gerichtlichem Wege das eingesteckte Geld wieder erstreiten zu können. Solle dies erfolgreich sein könnte eine Insolvenz auch abgewendet werden und alle Kunden werden ihr Geld erhalten.
Ich persönlich möchte hier nochmals betonen, dass nie in welcher Form auch immer in betrügerischer Absicht gehandelt wurde. Leider hat mich meine Menschenkenntnis in Bezug auf den genannten Großlieferanten komplett im Stich gelassen und das in ihn gesetzte Vertrauen wurde schamlos ausgenutzt. Zudem kamen auch noch private Probleme und eine Krankheit in den letzten Wochen – auch wenn dies die mangelhafte Kommunikation nicht entschuldigen kann.
Ich möchte mich hiermit in aller Form für Unannehmlichkeiten entschuldigen und versichere, dass mein Anwalt zusammen mit mir alles tun wird, um die Sache zu regeln und allen Kunden ihre entsprechenden Zahlungen erstatten zu können.
Hierfür wird jedoch um Zeit gebeten. Ich weiß selbst, dass sich bei einigen die Erstattung schon hinzieht. Von Anzeigen oder Mahnverfahren bitte ich aber vorerst abzusehen. Insbesondere, da Anzeigen wegen Betruges aufgrund der vorliegenden Umstände laut rechtlicher Auskunft haltlos sind. Dies würde aber ein Insolvenzverfahren nötiger machen, als es ist und insbesondere alle Kunden schädigen.
Leider wurde derzeit vom Amtsgericht noch kein Verhandlungstermin bekannt gegeben, weswegen aktuell nicht näher erläutert werden kann, wann mit einer Lösung zu rechnen ist.
Zuletzt möchte ich mich nochmals für entstandene Probleme entschuldigen und versichern, dass ich den Shop eröffnet hatte, um Zockern möglichst gute Preise bieten zu können und dem gewählten Motto gerecht zu werden. Dies ist leider misslungen. Auch wenn durch diverse Probleme nun am Rande der Existenz steht, ist es aktuell und für die kommenden Wochen meine absolut oberste Priorität den entstandenen Schaden der Kunden zu ersetzen und mich erst dann um meine persönliche Zukunft zu kümmern.
Ich hoffe mit dieser Stellungnahme zumindest für etwas Licht im Dunkeln bei meinen ehemaligen Kunden gesorgt zu haben und bitte nochmals um Entschuldigung und versichere nochmals, dass alle Kunden so weit eine Insolvenz abgewendet werden kann zu 100% ihre Erstattung erhalten werden.
*Update vom 3.1.2012:
Mittlerweile gibt es eine neue Nachricht, die verärgerten Kunden Hoffnung machen soll:
Update 03.01.2012 Eine außergerichtliche Einigung scheint möglich! Wir bitten deshalb alle Kunden mit Außenständen vorsorglich ihre Bankdaten samt Betrag und BestellNR an info@zockerrampe.de zu schicken. Sollte es zu einer Einigung mit dem Lieferanten kommen würden Außenstände umgehend erstattet!
Eine der taktischsten Serien der letzten Jahre wechselt die Fronten: Vom knallharten Ego-Shooter für alle großen Systeme zum kaum beachteten Runden-Strategiespiel Ghost Recon: Shadows Wars für den „kleinen“ Nintendo 3DS. Überraschenderweise macht er hier stellenweise sogar eine noch bessere Figur als die großen Vorgänger und ist somit der Geheimtipp unter den Starttiteln für Nintendo´s neuen Handheld.
Bevor wir aber zur eigentlichen Spielbeschreibung kommen, gibt es noch einen interessanten Namen im Zusammenhang mit der Entwicklung des Titels zu nennen, bei dem zumindest erfahrene Runden-Strategen weiterlesen dürften: Julian Gollop, seit Anfang der 80er Jahre ein im wahrsten Sinne des Wortes strategischer Kopf hinter vielen Klassikern des Genres, darunter UFO: Enemy Unknown oder X-COM: Apocalypse. Auch für das hier rezensierte Ghost Recon: Shadow Wars zeichnet er mitverantwortlich und das merkt man auch im positiven Sinne. Serientypisch hat es die Ghost-Elitetruppe mit einem osteuropäischen Größenwahnsinnigen zu tun, der es sich zum Ziel gesetzt hat die Präsidentschaftswahlen in Russland zu gewinnen um so ein neues Reich zu begründen. Ein neuer Kalter Krieg droht in diesem realistisch angehauchten Szenario mit leichten Science-Fiction-Elementen und scheinbar können dies nur sieben Charaktere im geschickten Zusammenspiel mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten und Eigenschaften verhindern.
Gerade der richtige Einsatz dieser Fähigkeiten sowie Eigenschaften ist das berühmte Salz in der wohlschmeckenden Rundenstrategiesuppe, die im Gegensatz zu Advance Wars auf Nintendo DS weitaus weniger komplex daherkommt und nicht soviel taktische Tiefe besitzt – aber gerade deswegen die Scharmützel weniger langatmig macht. Ganz im Gegenteil: Shadow Wars dürfte wohl einer der kurzweiligsten Vertreter seiner Zunft sein und somit genau richtig für unterwegs auf dem Handheld. In unzähligen Missionen der schick präsentierten Kampagne, die auch mindestens satte 30 Stunden in drei Schwierigkeitsgraden unterhält, schalten wir nach und nach die jeweiligen Aufträge auf der Satellitenkarte frei: Feindesscharen oder bestimmte Zielpersonen von der Karte säubern, Stellungen einnehmen bzw. verteidigen, usw. – neben den bis zu sechs gleichzeitig steuerbaren Ghosts helfen auch immer wieder Rebellen sowie Polizisten, zudem taucht ständig eine etwas zwielichtige Person auf, die ihre eigenen Ziele zu verfolgen scheint. Insgesamt ist die Einzelspielerkampagne bis auf wenige Ausnahmen durchaus gelungen, so reagieren Gegner nicht immer nachvollziehbar und es gibt etwa im späteren Verlauf einen Auftrag, der sich durch offensichtliche Undurchdachtheit der Entwickler innerhalb von drei einfachen Zügen lösen lässt.
Bei den angesprochenen Ghost-Spielfiguren handelt es sich im einzelnen um Spezialkämpfer Duke (Angriffsgewehre, Raketenwerfer), Scharfschütze Haze (Sniper, Granaten), dem groben Richter (Maschinengewehre, Granaten), Sanitäterin Saffron (Pistole, Medikit), Ingenieur Mint (Gewehre, Drohnen, Geschütze) sowie die besonders Effektive Kundschafterin Banshee (Gewehre mit/ohne Schalldämpfer, Granaten, Messer, Deckungssystem), die auf dem Spielfeld unsichtbar erscheint, es sei denn es steht direkt in ihrer unmittelbaren Nähe ein Feind. Dialoge laufen in Textfenstern ab, vereinzelte kurze Zwischensequenzen sind schick anzusehen. Mit den so genannten PEC-Punkten dürfen diese Figuren nach erfolgreich absolvierter Mission in 16 Rängen aufgerüstet werden. Innerhalb der Missionen bewegt man sich vorzugsweise per Touchpen mit vorgegebenen Aktionspunkten innerhalb eines isometrischen Kästchenrasters, das genau anzeigt, welche Aktionen möglich sind. Dabei ist auch die Spielumgebung nützlich: In Gebäuden, hinter Bäumen, Büschen oder anderen Deckungen sind die Spieler besser geschützt und sollten wenn möglich auch Ausschau nach höheren Stellen sowie Power-Ups und Medikits Ausschau halten. Schusslinien sind farblich in nah, mittel weit gegliedert – hier sollte man bedenken, dass innerhalb eines bestimmten Radius Gegner wie auch wir selbst Angriffe automatisch kontern. Bei erfolgreichen Treffern füllt sich eine Leiste, die besonders starke Aktionen verfügbar macht, wie etwa den effektiven Superschuss. Oftmals reicht so auch in späteren Abschnitten ein einziger Schuss um den Widersacher zu erledigen. Neben der Kampagne sind auch noch spezielle Kampfmissionen sowie ein Mehrspieler-HotSeat-Modus verfügbar. Online-Funktionen sind leider nicht verfügbar.
Technisch präsentiert sich Ghost Recon: Shadow Wars als guter Vertreter. Der 3D-Modus ist durch seine Rundenstrategie-Mechanik zwar nicht mehr als eine nette optische Spielerei, durch die fehlende Hektik anderer erhältlicher Echtzeit-Titel aber besser genießbar. Optional lässt sich dieser Effekt natürlich wieder abstellen, dadurch erscheint das Geschehen etwas schärfer. Deutsche Texte sind klar und verständlich übersetzt worden. Die Steuerung per Touchpen ist präzise und vorbildlich umgesetzt worden. Gespeichert wird automatisch nach jeder erfolgreich absolvierten Mission.
Fazit: Wer hätte das gedacht? Der Rundenstrategie-Ausflug des Ghost Recon ist der empfehlenswerte Geheimtipp unter den Launchtiteln des Nintendo 3DS. Zwar fehlt auf Dauer etwas die Tiefe, aber insbesondere für unterwegs und zwischendurch gibt es derzeit keine bessere Alternative.
Zum Verkaufsstart des Nintendo 3DS bilden besonders Neuauflagen von mehr oder weniger alten Videospielen das abwechslungsreiche Angebot. Insbesondere Ubisoft versorgt den Handheld mit Remakes, für erwachsene Spieler dürfte Splinter Cell 3D der wohl interessanteste Starttitel sein, der obendrein bis zum Erscheinen von Metal Gear Solid 3D in der Stealth-Action-Sparte auf dieser Plattform das Maß aller Dinge sein wird.
Splinter Cell 3D ist genau genommen die 3DS-Version des unter vielen Fans beliebtesten Teil der Reihe, Splinter Cell: Chaos Theory aus dem Jahr 2005. Damals erschien die Stealth-Action für PC und Konsolen (u.a. Playstation 2), eine Handheld-Version war ebenfalls erhältlich, fiel technisch aber enorm ab und war nur mit absehbaren Fingerkrämpfen steuerbar. Glücklicherweise orientiert sich Splinter Cell: 3D nicht an letzteren, sondern qualitativ eher an der PS2-Version mit etwas überarbeiteter Grafik sowie den aus Splinter Cell: Conviction bekannten, direkt in die Level projizierten Missionszielen. An der Geschichte halten die Entwickler dabei fest: Sam Fisher, Vorzeige-Schleicher für besondere Härtefälle von Third Echelon, geht rund um die Weltkugel auf die Jagd nach mächtigen Algorithmen, gefährlichen Bösewichten und einem alten Freund. Zusammen eine explosive Mischung, die einen verheerenden 3. Weltkrieg zur Folge haben könnte. Der Hauptplot gestaltet sich spannend, ist durch schön gerenderte Sequenzen zwischen den Missionen sehenswert inszeniert, bietet viele Wendungen und einen Sam Fisher in seiner vielleicht besten Rolle, markant gesprochen von der deutschen Synchronstimme von Nicolas Cage.
I am Sam
Spielmechanisch wurden kaum unnötige Experimente gewagt, stellte doch schon Chaos Theory neben Metal Gear Solid den Höhepunkt des neuzeitlichen Stealth-Action-Gameplays dar: Wer geschickt durch die verschachtelten Abschnitte schleicht, hat gute Chancen den Abspann zu sehen. Vor jedem neuen Level wird in Briefings vom Vorgesetzten und Spezialisten erklärt, worauf sich der Spieler einstellen kann, oft erledigt Sam so nicht einfach nur die Hauptmission, sondern erledigt auch noch das ein oder andere Nebenziel, jedoch ohne Belohnung außer einem „Danke schön“. Wer trotzdem das Spiel so komplett ausreizen will, die Umgebungen erkundet und Verhalten der Widersacher genau studiert, nur um im richtigen Augenblick zuzugreifen, wird mit einer satten Spielzeit von etwa 18 bis 20 Stunden belohnt. Die Missionsziele variieren von der Beschaffung wichtiger Informationen bis hin zum Kontaktieren oder gezieltem Ausschalten der Kontaktpersonen.
Beim vorsichtigen Schleichen lässt sich Fisher in geduckter Haltung mit dem Analogstick deutlich besser steuern, die Geschwindigkeit der Spielfigur ist so individuell anpassbar. Trotzdem fühlt sich die Steuerung nicht ganz so komfortabel an, wie sie bisweilen sein könnte: Per Steuerkreuz wird sich an die Deckungsmöglichkeiten gepresst und auf Wunsch um die Ecke geschaut, die Blickrichtung ist mit den anderen vier Tasten veränderbar. Was sich anfangs noch merkwürdig und ungewohnt anfühlt, sollte aber nach kurzer Einarbeitung locker von der Hand gehen. Etwas suboptimal dagegen ist die Einbindung des Touchscreens, mit dem Waffen gewechselt und Informationen wie die immer noch etwas unglückliche 3D-Karte abgerufen werden können. So weit, so gut. Doch für perfekt abgestimmte Gegner-Überwältigungen und jede Interaktion mit der Spielumgebung muss man als umsichtiger Spieler nicht nur die eigene Sichtbarkeits- und Geräuschanzeige im Auge haben, sondern im richtigen Moment auch die gewünschte Aktion in eben jenen Touchscreen bestätigen. Eine Schnelltaste wäre hier die weitaus bessere Lösung gewesen. Aber auch hieran muss sich der Spieler gewöhnen, wenn er mit der 3DS-Umsetzung Spaß haben möchte.
Mehr Licht als Schatten
Fliegt die Tarnung trotzdem auf und ihr werdet entdeckt – was selbst bei absoluten Perfektionisten unweigerlich vorkommen wird, auch wegen vereinzelter Aussetzer der künstlichen Intelligenz, die Sam sogar vereinzelt durch geschlossene Türen erhaschen können – heißt es blitzschnell die Waffe ziehen (z.B. Pistole, Gewehr, Sniper, Granaten), denn der Lebensbalken reduziert sich schneller als gedacht. In einigen Abschnitten ist es ohnehin schlichtweg verboten, Feinde zu töten – am effektivsten ist es wirklich den Großteil von Widersachern zu umgehen oder ohnmächtig zu schlagen um sie anschließend in einer dunklen Ecke abzulegen. Wegen der informativen, teilweise auch sehr lustigen Verhöre nach einem geglückten Überwältigungsmanöver ist Schleichen eigentlich immer die beste Lösung. Scheint ein Schusswechsel trotzdem einmal unvermeidlich, bieten sich elektrische Haftschocker an. Damit man gar nicht erst in die Versuchung kommt in eine scheinbar ausweglose Situation reinzustolpern, hat man gleich mehrere Optionen eine Tür zu öffnen: Entweder normal, leise oder auf die rabiate Tour, die aber auch ungleich mehr Krach und Aufmerksamkeit verursacht. Ein optisches Kabel verhilft für den kurzen Vorabblick in den nächsten Raum. Einfallsreich: Neigt man den Handheld in die jeweilige Richtung, schlägt auch das Kabel entsprechend diesen Weg ein. Mit dem Messer schneidet sich Sam sogar durch Stoffmaterial.
Ein Großteil der Lichtquellen ist zerstörbar, was natürlich auch in der Nähe befindliche Wachen stutzig machen kann, die sich dann zum vermeintlichen Tatort begeben. Aus der selbst erschaffenen, sicheren Dunkelheit heraus ist das doch der perfekte Zeitpunkt für eine Überwältigung. Außerdem kann Sam seine Gegner mit dezentem Pfeifton anlocken oder Lichter sowie Kameras temporär per EMP stören. Ohnehin sollte jeder umher stehende Computer einmal genauer untersucht werden, da sie neben wichtigen Informationen nicht selten Kamerasteuerungen auf der Festplatte haben. Ohne diese lästigen Dinger schleicht es sich direkt ungleich angenehmer. Für den Sicherheitszugriff muss immer wieder ein kleines Minispiel absolviert werden. Die beliebte Wärmebildansicht gibt es leider nicht mehr, dafür aber das Nachtsichtgerät.
Kein technisches Chaos
Bei einem 3DS-Spiel interessiert natürlich in allererster Linie die Qualität des 3D-Effekts. Auch wenn Splinter Cell 3D in seiner regelbaren Dreidimensionalität ein wenig an seiner flüssigen Darstellung einbüßt – was aufgrund des eher langsamen Spielablaufs nicht besonders schwer wiegt – haben die Entwickler bei der Portierung sehr gute Arbeit geleistet. Der Tiefeneffekt wirkt, sieht besonders zu Anfang bei herab prasselndem Wasser beeindruckend aus. Spielerisch erfüllt er durchaus auch seinen Sinn und Zweck, wenn man die Entfernung zum Feind besser abschätzen kann. Gerenderte Zwischensequenzen sehen noch heute sehr gut aus, Animationen wie Schleichen, Abrollen oder Spagatsprung sind angenehm anzusehen und die Schauplätze gestalten sich wunderbar abwechslungsreich mit vielen kleinen Details. Sogar Hauptprotagonist Sam Fisher ist überraschend detailliert, alle anderen Figuren wirken leider wie das genaue Gegenteil, was besonders bei den Verhören in Sam´s festen Schwitzkasten unangenehm ins Auge sticht. Während die Lichtverhältnisse durchgehend schön sind, scheint dagegen eine akkurate Schattendarstellung auf dem Handheld noch nicht optimal umsetzbar. Stattdessen umhüllt der Titel die Szenarien einfach mit Dunkelheit, was das Manko fast schon gekonnt verschleiern kann. Auf der anderen Seite begeistert der Sound in allen Punkten was klare und professionelle Sprachausgabe, Geräuschkulisse und Musik betrifft. Gerade in diesem Punkt erwarten wir für den Nintendo 3DS noch das ein oder andere cineastische Erlebnis.